Maschinenbau

Thyssens Aufzugsparte: Übernahme durch RAG-Stiftung in Kürze finalisiert

Die RAG-Stiftung erwartet den Abschluss der Übernahme bis Juli. Die milliardenschwere RAG-Stiftung hatte die lukrativste Sparte des Industrieriesen Thyssenkrupp gemeinsam mit den zwei Finanzfirmen Advent und Cinven aufgekauft.

Die milliardenschwere deutsche RAG-Stiftung setzt darauf, die Übernahme der Thyssenkrupp-Aufzugssparte mit den Partnern Advent und Cinven bald abzuschließen. "Mit dem Closing rechnen wir zeitnah", sagte der Finanzchef der Stiftung, Jürgen Rupp, in Essen. Es könne im Juni oder Juli so weit sein.

"Das Konsortium hat sich eine attraktive Finanzierung über international führende Banken und Finanzinvestoren gesichert", betonte er. Es gebe regelmäßig Anfragen zum Verkauf von Teilen des Aufzugsgeschäfts, "aber derzeit ist dies nicht der Fokus des Konsortiums". Vielmehr zeigten die Anfragen die Attraktivität des Geschäfts. Die Stiftung wolle dieses weiter entwickeln und sich langfristig engagieren, betonte Stiftungschef Bernd Tönjes. Das Konsortium will die Sparte für 17,2 Mrd. Euro übernehmen. Der kriselnde Thyssenkrupp-Konzern ist dringend auf die Gelder angewiesen. Vorstandschefin Martina Merz will einen Teil der Summe in neue Wachstumsgeschäfte investieren

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Eckdaten zur RAG-Stiftung

Die 2007 gegründete RAG-Stiftung steht mit ihrem Vermögen für die Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus gerade - für 2019 hatte sie Kosten von rund 300 Mio. Euro erwartet, am Ende waren es 291 Mio. Euro.

Die Stiftung finanziert sich auch aus den Dividenden des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik, an dem sie noch knapp 59 Prozent hält. Tönjes bekannte sich erneut dazu: "Unverändert gilt, dass wir ein signifikanter Anteilseigner von Evonik bleiben werden." Dem Vorstand der größten Beteiligung der Stiftung bescheinigte er, "hervorragende Arbeit" zu leisten. Die Stiftung stellt aber auch Erwartungen an Evonik: "Wie jeder Aktionär haben wir Interesse an guter Performance: Kursentwicklung und Dividende."

Im vergangenen Jahr konnte sich die Stiftung bereits unabhängiger von Evonik machen: Während der Spezialchemiekonzern noch für 44 Prozent des Gesamtvermögens der Stiftung steht, resultieren bereits 49 Prozent der Gesamterträge aus anderen Investments. Das Stiftungsvermögen lag Ende 2019 bei 18,7 Mrd. Euro. (reuters/apa/red)

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