Australien

Thyssenkrupp verspricht neuen Standort gegen Milliardenauftrag

Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp ist im Rennen um einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag in Australien. Jetzt verspricht der Konzern, dass im Fall der Auftragserteilung die Schiffe komplett in Australien gefertigt werden.

Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp buhlt um einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag in Australien. Das Unternehmen wirbt mit 100-prozentiger Fertigung in Australien. Aber auch Deutschland soll zum Teil profitieren. Im Falle eines Zuschlags will Thyssenkrupp 2.000 Arbeitsplätze schaffen.

Arbeitsplätze für Australien, nicht für die Werft in Deutschland

Die Jobs sollen allerdings in Australien entstehen, nicht an der Kieler Werft. Die deutsche Wirtschaft profitiere aber auch, sagte der Chef des zuständigen Geschäftsbereichs, Hans Atzpodien, der Deutschen Presse-Agentur in Canberra. "Wir würden Schlüsselteile aus Deutschland liefern. Auch, wenn der Großteil der U-Boote in Australien produziert und entwickelt wird." Zudem öffne ein solcher Auftrag Türen: Kanada könnte an ähnlichen U-Booten interessiert sein.

Neben Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) haben sich der staatliche französische Schiffbaukonzern DCNS und ein japanisches Konsortium mit Mitsubishi Heavy Industries und Kawasaki Heavy Industries um einen der weltweit größten Rüstungsaufträge beworben. Australien hat für die zwölf U-Boote mindestens 50 Mrd. australische Dollar (34 Mrd. Euro) bereitgestellt. Für Thyssenkrupp wäre es einer der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte. Mehr dazu in unserer Meldung: "Australien will Milliarden für neue U-Boote ausgeben" >>

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Bau eines neuen Standortes möglich

Nach Angaben von Atzpodien will TKMS ein Werk in Südaustralien bauen, das auch andere Kunden in der Asien-Pazifik-Region betreuen soll. Die Abteilungsleiter kämen vor allem in den ersten Jahren sicher aus Deutschland. Einige positive Effekte bei einem solchen Großauftrag auf die Beschäftigung in Deutschland schloss er auch nicht aus.

Welche Teile genau aus Deutschland geliefert würden, sei noch unklar. "Es ist zu früh für Details", sagte Atzpodien. "Einige Teile sind hoch spezialisiert, da würde es keinen Sinn machen, eine parallele Fertigung in Australien aufzusetzen", sagte er der dpa.

"Wir sind ein Global Player. Es ist egal, ob wir unsere Gewinne in Deutschland oder anderswo machen", sagte Atzpodien. "Worauf es ankommt ist der Nutzen für die Gruppe, und die ist deutsch, mit vielen deutschen Aktionären."

Entscheidung soll noch 2016 fallen

Welche Chancen rechnet Atzpodien sich aus? "Die agnostische Antwort ist: ein Drittel. Aber es gibt auch eine emotionale Antwort ... nämlich, dass man in dem Wettbewerb ist, weil man die besten Chancen hat zu gewinnen. Wir sind engagiert und optimistisch." Die Entscheidung trifft der nationale Sicherheitsrat innerhalb des australischen Kabinetts. Sie soll Mitte des Jahres fallen. (dpa/apa/red)