Maschinenbau

Thyssenkrupp startet Verkaufsprozess für Aufzugssparte

Der Mischkonzern Thyssenkrupp hat neben einem Börsengang nun auch einen möglichen Verkauf seiner Aufzugssparte angestoßen. Börsengang wird dennoch weiter vorbereitet.

Der Mischkonzern Thyssenkrupp hat neben einem Börsengang nun auch einen möglichen Verkauf seiner Aufzugssparte angestoßen. "Wir haben klar gesagt, dass wir - neben der Vorbereitung des Börsengangs - die vorliegenden Interessensbekundungen potenzieller Interessenten prüfen", erklärte der Konzern.

Das tue das Unternehmen gewissenhaft. "Deshalb haben wir einen strukturierten Prozess für die Bewertung von Angeboten von strategischen Investoren und Finanzinvestoren eingeleitet, mit dem wir sicherstellen, dass unsere Entscheidung für Thyssenkrupp und seine Stakeholder nachhaltig und die beste ist." Experten beziffern den Wert der Aufzugssparte auf zwölf bis 17 Milliarden Euro.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits in der vergangenen Woche berichtet, dass Thyssenkrupp seine Fühler auch nach direkten Käufern ausstrecken wolle und dafür einen strukturierten Prozess einleiten werde. Briefe seien sowohl an strategische Investoren wie auch Finanzinvestoren gegangen, sagte nun ein Insider.

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Finanzfirmen warten schon

Zu den Interessenten von Thyssenkrupp Elevator werden Konkurrenten wie Kone, Schindler und Otis gezählt, aber auch Finanzinvestoren wie KKR, CVC, Advent und Apollo. Es sei gut möglich, dass die kapitalstarken Finanzinvestoren gleich für das ganze Geschäft bieten, hatten Insider gesagt. Denn sie wollten in der Regel freie Hand haben und keinen Altaktionär als Bremsklotz. Sollte die Summe stimmen, werde Vorstandschef Guido Kerkhoff kaum Nein sagen können. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass der Konzern die Sparte nicht an die Börse bringe, sondern veräußern wolle. Die Aktie legte zeitweise fast vier Prozent zu.

Die Aufzugssparte ist seit Jahren der größte Gewinnbringer bei Thyssenkrupp. Mit einem operativen Gewinn von 866 Millionen Euro steuerte sie zuletzt mehr als die Hälfte zum Konzerngewinn bei. Kerkhoff benötigt die Einnahmen, um den kriselnden Mischkonzern zu restrukturieren. (reuters/apa/red)

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