Stahlindustrie

Thyssenkrupp-Stahlarbeiter für Aufspaltung des Konzerns

Die Aufspaltung des Unternehmens in einen Materials-Teil und einen Industrials-Teil verschaffe auch der Stahlsparte Möglichkeiten, argumentieren die Arbeitnehmervertreter.

Nach einer monatelangen Führungskrise wird der Essener Thyssenkrupp-Konzern grundlegend umgebaut und dabei in zwei eigenständige Unternehmen aufgespalten. Von den Belegschaftsvertretern der künftigen Stahlsparte kommt dagegen kein Widerstand. "Wir haben immer gesagt, dass wir gegen eine Zerschlagung und einen Ausverkauf der Geschäfte sind," sagte Stahlbetriebsratschef und Aufsichtsratsmitglied Tekin Nasikkol am Donnerstag in Duisburg. Doch dazu würde es bei der jetzigen Lösung nicht kommen. Durch die geplante Minderheitsbeteiligung der Materials AG, zu der auch das Stahlgeschäft gehören wird, böten sich neue finanzielle Möglichkeiten. Die Rückbeteiligung werde wahrscheinlich in einer Größenordnung "um die 30 Prozent" liegen. Dies Paket könne mehrere Milliarden Euro wert sein und in einem Rutsch oder in mehreren Schritten verkauft werden. Es solle nicht langfristig behalten werden.

Die "Thyssenkrupp Materials AG" unter anderem den 50-Prozent-Anteil aus dem fusionierten Stahlgeschäft mit dem indischen Partner Tata enthalten. Hinzu kommen der Handel mit Werkstoffen sowie der Marineschiffbau. Zuletzt hatten Aktionäre des Gesamtkonzerns wie Cevian oder der US-Fonds Elliott Druck auf das Management ausgeübt. Sie forderten einen schnelleren und radikalen Umbau des Konzerns. Beide zurückgetretenen Manager hatten auf Differenzen im Aktionärskreis hingewiesen. Eine Schlüsselrolle kommt bei der Suche nach einer neuen Strategie zudem der Krupp-Stiftung als größtem Einzelaktionär zu.