Stahlindustrie

Thyssenkrupp: Jetzt kämpfen Betriebsräte gegen Stellenabbau

Nach dem Scheitern der Fusion mit Tata sollen beim Industrieriesen Thyssenkrupp tausende Arbeitsplätze verschwinden - Konzernchef Guido Kerkhoff kündigt auch eine mögliche Fusion der Stahlsparte mit einem anderen Mitbewerber an. Die Betriebsräte kämpfen dagegen.

Die Arbeitnehmervertreter der Stahlsparte von Thyssenkrupp wollen nach dem Scheitern der Fusion mit Tata Steel vehement gegen den nun geplanten Stellenabbau kämpfen. Der Vorstand müsse sich auf harte und lange Auseinandersetzungen mit den Beschäftigten und der IG Metall einstellen, erklärte Stahl-Gesamtbetriebsratschef Tekin Nasikkol.

"Klar ist, dass uns nichts geschenkt wird. Wir werden um langfristige Sicherheiten für unsere Arbeitsplätze und Standorte kämpfen müssen." Betriebsbedingte Kündigungen dürfe und werde es nicht geben. Der Vorstand müsse bis Ende des Jahres ein neues Zukunftskonzept präsentieren.

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Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hatte die bei der EU-Kommission auf Widerstand gestoßenen Pläne für die Fusion am Freitag abgeblasen und stattdessen den Abbau von konzernweit 6000 Stellen angekündigt. Davon sollen 2.000 Jobs in der Stahlsparte gestrichen werden.

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Fusion mit einem anderen Konkurrenten möglich

Kerkhoff will auch nach dem gescheiterten Stahl-Joint-Venture mögliche Partnerschaften im Auge behalten. "Natürlich schauen wir, ob es beim Stahl alternative Konsolidierungsoptionen gibt", sagte er kürzlich der deutschen Zeitung "Handelsblatt". "Bei der aktuellen Haltung der EU-Kommission sehe ich da allerdings keine Möglichkeiten für große Zusammenschlüsse. Deshalb werden wir da in einer Mehrheitsposition bleiben."

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Der Firmenchef will stattdessen die Konzernkasse mit einem Teilbörsengang der lukrativen Aufzugssparte füllen und für weitere Geschäfte Partner ins Boot holen. Zudem will er in den kommenden ein bis zwei Jahren 1,5 Mrd. Euro einsparen und in drei Jahren 6.000 der rund 160.000 Arbeitsplätze abbauen. Wann der Börsengang der Aufzugssparte stattfinden solle, wollte er nicht konkret sagen. "Das werden wir schnellstmöglich angehen und dann sehen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist." (reuters/dpa/apa/red)

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