Stahlindustrie

Thyssenkrupp: Hohe Verluste und eine milliardenschwere Bewerbung

Der Industriekonzern Thyssenkrupp macht derzeit Verlust wegen Problemen in den Sparten für Anlagenbau und Schiffbau. Gleichzeitig läuft eine Bewerbung um einen milliardenschweren Auftrag der deutschen Bundeswehr.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp macht derzeit Verlust. Grund sind Probleme in den Sparten für Anlagenbau und Schiffbau. "Die aktuellen Ergebnisse stellen uns unter dem Strich nicht zufrieden", so Interimschef Guido Kerhoff bei der Vorlage der Zahlen in Essen.

Der Nettoverlust im dritten Geschäftsquartal betrug 131 Mio. Euro. Negativ wirkte sich ein einmaliger Steueraufwand in Zusammenhang mit der Ausgliederung des Stahlgeschäfts aus. Im Vorjahr hatte Thyssenkrupp noch einen Gewinn von 254 Mio. Euro erzielt.

Auch das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sank im Quartal deutlich - von 519 auf 332 Mio. Euro. Es gab aber auch Lichtblicke. So stieg der Umsatz um sieben Prozent auf gut elf Mrd. Euro, der Auftragseingang legte ebenfalls um sieben Prozent auf 10,9 Mrd. Euro zu.

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Das derzeitige Sorgenkind im Konzern kämpft mit fehlenden Großaufträgen sowie höheren Kosten für Projekte und war bereits Auslöser für eine Gewinnwarnung Anfang August. Kerkhoff will nun den Umbau der Sparte vorantreiben, auch das restliche Industriegeschäft soll profitabler werden.

Der Konzern steht unter massivem Druck, bessere Ergebnisse zu liefern. Ein anhaltender Konflikt mit Großaktionär Cevian sowie Uneinigkeit im Aufsichtsrat über die Strategie hatten zuletzt eine Führungskrise ausgelöst. Chef Heinrich Hiesinger sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Lehner haben den Konzern inzwischen verlassen. Nachfolger gibt es bisher nicht. Finanzvorstand Kerkhoff hat die Führung des Unternehmens übergangsweise übernommen. Details dazu: Nächster Rücktritt bei Thyssenkrupp: Finanzfirmen wetten auf eine Zerschlagung >>

Konzerntochter bewirbt sich um Milliardenauftrag für Fregatte

Im Rennen um den milliardenschweren Auftrag zum Bau des neuen Kriegsschiffs MKS 180 für die deutsche Marine tut sich die Werft German Naval Yards (GNYK) in Kiel mit der ThyssenKrupp-Tochter TKMS zusammen. Beide Unternehmen bestätigten einen Bericht des Redaktionsnetzwerkes Deutschland, wonach TKMS Unterauftragnehmer werden soll.

Mit der Kooperation gebe es nun eine Wertschöpfung für Deutschland von nahezu hundert Prozent, sagte GNYK-Geschäftsführer Jörg Herwig dem Bericht zufolge. TKMS erklärte auf Nachfrage, der Konzern wolle vor allem das Know-how seiner Ingenieure einbringen und einen erheblichen Teil der Entwicklungs- und Konstruktionsleistungen übernehmen. TKMS hatte sich zuvor gemeinsam mit Lürssen um den Großauftrag bemüht. Die beiden Unternehmen waren allerdings im Frühjahr von der Bundeswehr von dem Vergabeverfahren ausgeschlossen worden.

Das Mehrzweckkampfschiff ist eines der größten Rüstungsprojekte der Bundeswehr. Zurzeit läuft die Ausschreibung für Entwicklung und Bau von vier Fregatten mit der Option auf zwei weitere Schiffe. Die ersten vier MKS 180 sollten nach früherer Planung mit rund 4,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Die Fregatten sollen in der Lage sein, Ziele in der Luft sowie über und unter Wasser zu bekämpfen und Einsätze von Soldaten an Land führen.

Die europaweite Ausschreibung läuft noch bis Ende des Jahres. Eine Entscheidung wird nicht vor dem ersten Quartal 2019 erwartet. Neben GNYK ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen noch die niederländische Damen-Werft mit der deutschen Blohm+Voss als Unterauftragnehmer im Rennen.

Kooperation mit der Werft German Naval Yards

Im Rennen um den milliardenschweren Auftrag zum Bau des neuen Kriegsschiffs MKS 180 für die deutsche Marine tut sich die Werft German Naval Yards (GNYK) in Kiel mit der ThyssenKrupp-Tochter TKMS zusammen. Beide Unternehmen bestätigten am Dienstag einen Bericht des Redaktionsnetzwerkes Deutschland, wonach TKMS Unterauftragnehmer werden soll.

Mit der Kooperation gebe es nun eine Wertschöpfung für Deutschland von nahezu hundert Prozent, sagte GNYK-Geschäftsführer Jörg Herwig dem Bericht zufolge. TKMS erklärte auf Nachfrage, der Konzern wolle vor allem das Know-how seiner Ingenieure einbringen und einen erheblichen Teil der Entwicklungs- und Konstruktionsleistungen übernehmen. TKMS hatte sich zuvor gemeinsam mit Lürssen um den Großauftrag bemüht. Die beiden Unternehmen waren allerdings im Frühjahr von der Bundeswehr von dem Vergabeverfahren ausgeschlossen worden.

Option auf zwei weitere Schiffe

Zurzeit läuft die Ausschreibung für Entwicklung und Bau von vier Fregatten mit der Option auf zwei weitere Schiffe. Die ersten vier MKS 180 sollten nach früherer Planung mit rund 4,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Die Fregatten sollen in der Lage sein, Ziele in der Luft sowie über und unter Wasser zu bekämpfen und Einsätze von Soldaten an Land führen.

Die europaweite Ausschreibung läuft noch bis Ende des Jahres. Eine Entscheidung wird nicht vor dem ersten Quartal 2019 erwartet. Neben GNYK ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen noch die niederländische Damen-Werft mit der deutschen Blohm+Voss als Unterauftragnehmer im Rennen. (dpa/reuters/apa/red)

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