Stahlindustrie

Thyssenkrupp droht hohe Kartellstrafe - Ermittlungen auch gegen die Voest

Thyssenkrupp droht eine hohe Kartellstrafe. Deshalb hat der Industrieriese bereits seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich gesenkt. Es laufen auch zwei Ermittlungen gegen die Voestalpine.

Am deutschen Aktienmarkt richteten sich die Blicke der Anleger vor allem auf den voestalpine-Konkurrenten ThyssenKrupp, die zeitweise um 12,2 Prozent auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren absackten. Der Konzern kappte wegen einer drohenden Kartellstrafe überraschend seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende September). "Die negativen Nachrichten bei Thyssen reißen einfach nicht ab", meint ein Händler.

Darum geht es

ThyssenKrupp Steel Europe AG sei neben anderen Firmen und Verbänden der Stahlbranche Gegenstand laufender Ermittlungsverfahren des deutschen Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Kartellabsprachen in der Vergangenheit, erklärte der Konzern. Dabei gehe es um die Produktgruppen Grobblech und Qualitätsflachstahl.

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Salzgitter: Keine Rückstellungen nötig

Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern Salzgitter sieht im Zusammenhang mit den Ermittlungen des Bundeskartellamts über möglicherweise wettbewerbswidrige Absprachen in der Branche keine Notwendigkeit zur finanziellen Vorsorge. Das Unternehmen habe keinerlei neue Erkenntnisse über Kartellverfahren im Stahlbereich und habe dafür auch keine Rückstellungen gebildet, so ein Sprecher.

Salzgitter ist wie ThyssenKrupp Gegenstand der Ermittlungen. ThyssenKrupp hatte zuvor mitgeteilt, seine Jahresziele wegen für das Verfahren gebildeter Rückstellungen verfehlt zu haben.

Durchsuchungen auch bei der Voestalpine

Auch die oberösterreichische Voestalpine hat noch zwei Kartellverfahren offen - im Bereich Grobbleche und im Bereich Edelstahl.

Rund um das Grobblechkartell ermittelt das deutsche Kartellamt früheren Berichten zufolge auch gegen die Voestalpine mit Sitz in Linz. Am 12. September 2017 waren dazu Geschäftsräume in der Voest-Konzernzentrale durchsucht worden. (reuters/apa/red)

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