Stahlindustrie

Thyssen mit Tata: Entscheidung "in den kommenden Wochen"

Konzernchef Heinrich Hiesiger räumt ein, dass die Vorbereitung der Fusion länger dauert als geplant - und Verhandlungen zwischen Tata Steel und Mitarbeitern bis heute nicht abgeschlossen seien.

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger treibt nach gut zweijährigen Verhandlungen einen Beschluss über ein Joint Venture der Stahlsparte mit Tata Steel voran.

Die Entscheidung über das angestrebte Gemeinschaftsunternehmen müsse in den kommenden Wochen zum Abschluss gebracht werden, hieß es in einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Mitarbeiter-Info von Ende vergangener Woche.

Dazu sei der Vorstand in engem Austausch mit dem Aufsichtsrat. Vergangene Woche hatte das Kontrollgremium über die noch offenen Fragen beraten. Bis Ende des Monats soll der Vorstand Insidern zufolge unter anderem klären, wie die zwischen Thyssen und Tata entstandene Bewertungslücke geschlossen werden soll. Mehr zur Bewertungslücke: Thyssen mit Tata: Milliardenschulden - und Unklarheiten bis zuletzt >>

Verhandlungen seit 2016

"Der Prozess dauert doch deutlich länger, als wir zu Anfang erwartet hatten", räumte der Manager ein. Hiesinger verhandelt seit 2016 mit Tata über die Bildung eines neuen Branchenriesen. Die Gespräche hatten sich immer wieder verzögert, etwa durch den Brexit und einem Führungswechsel bei Tata.

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Auch müssen bei Tata noch Verhandlungen in den Niederlanden und Großbritannien mit den Arbeitnehmervertretern abgeschlossen werden. Hiesinger steht unter dem Druck von internationalen Finanzfirmen. Darunter sind der berüchtigte Hedgefonds Elliott sowie die Finanzfirma Cevian, heute ein Großaktionär des stolzen Industriekonzerns.

Massiver Druck von Finanzfirmen

"Wir führen auch regelmäßig Gespräche mit Investoren", berichtete Hiesinger. Dabei kämen auch unterschiedliche Auffassungen oder Einschätzungen zur Sprache. "Auch gibt es Aktionäre, die sich aktiver einbringen und Einfluss auf das Management nehmen wollen als andere. Wir als Management setzen dabei auf einen konstruktiven Dialog mit allen Investoren." Der Konzern habe beim Umbau viel erreicht, betonte Hiesinger. Es gebe aber noch einige Baustellen, insbesondere bei der Tochter Industrials Solutions. (reuters/apa/red)

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