Semperit

Hat jemals eine "Beherrschung" vorgelegen?

Im Streit um die thailändischen Töchter hat sich der Joint Venture Partner von Semperit bei der Finanzmarktaufsicht beschwert. Jetzt steuert der lange schwelende Konflikt auf einen schiedsgerichtlichen Showdown zu.

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Nach Ansicht von Semperit ist eigentlich alles klar: Schon vor 25 Jahren habe man sich beim gemeinsamen 50:50-Tochterunternehmen Siam Sempermed (SSC) in den Corporate-Governance-Vereinbarungen die „Beherrschung des Unternehmens“ gesichert. Genau das zweifelt derzeit aber der thailändische Partner an und beschwerte sich bei der heimischen Finanzmarktaufsicht (FMA) darüber, dass das Unternehmen von den Österreichern vollkonsolidiert wird.

„Die Finanzmarktaufsicht hat sich mit Hinblick auf die Konsolidierungsfrage an uns gewandt“, bestätigt Schmidt-Schultes. Das sei auch ihr gutes Recht, und Semperit arbeite eng mit der FMA zusammen. „Unsere Aussage ist hier klar und eindeutig: Die Vollkonsolidierung war durchgängig bis zum 31.12.2014 gegeben“, so der CFO. Semperit sei davon überzeugt, Recht zu haben.

Konsequenzen des Streits spüre auch die Tochtergesellschaft nicht, so Schmidt-Schultes: „Es ist wie bei zwei Eheleuten, die sich streiten, aber um das gemeinsame Kind kümmern sich beide.“ Wenn man den jüngsten Geschäftsbericht des Partners durchlese komme man zum Schluss, das Joint Venture sei für die Thailänder eine „Perle“ und auch der einzige Bereich, wo der Partner derzeit Geld verdiene. Beide Seiten hätten also großes Interesse daran, dass „der Laden gut läuft“, so der Finanzchef.

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