Mineralölwirtschaft

Teures Erdöl: SBO rechnet mit guten Jahren

Sollte die globale Wirtschaft dank der guten Konjunktur weiter so viel Öl verbrennen, stehe die Ölbranche vor "einigen sehr guten Jahren", so Gerald Grohmann vom heimischen Ölfeldausrüster SBO. Was die Handelskonflikte angeht, so seien einige davon "vielleicht aber nur inszenierter Theaterdonner".

Falls die Weltkonjunktur als Treiber für den Ölverbrauch stark bleibt und Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Ölpreises da ist, dann steht die internationale Ölförderbranche vor "einigen sehr guten Jahren", sagte der Chef des börsennotierten Ölfeldausrüsters SBO, Gerald Grohmann, auf der Gewinn-Messe in Wien.

In den letzten Jahren sei zu wenig in die Exploration von Öl und Gas investiert worden, hier seien Nachholinvestitionen nötig, die in den Krisenjahren 2015, 2016 und auch noch 2017 nicht getätigt worden seien: "Wir werden vermehrte Investitionen in E&P sehen."

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Der nordamerikanische Markt sollte anhaltend stark sein, schätzt Grohmann. Und jetzt würden auf den internationalen Märkten - also den Bereichen außerhalb der USA - auch schon die an sich teureren Offshore-Aktivitäten in die Gänge kommen. Wenn Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Ölpreises da sei, sollte die gesamte Brauche und auch die SBO profitieren.

Er sehe einen positiven Trend, so Grohmann, doch sei die Branche sehr volatil, könne sich also von einem Tag auf den nächsten ändern. Das Wachstum in der Branche könne daher in einem einzelnen Quartal auch einmal flach ausfallen oder sogar rückläufig sein.

Washingtons Kurs: Zwei Seiten

Die Politik von US-Präsident Donald Trump hat für den SBO-Chef zwei Seiten. Einerseits profitieren man in den USA, wo SBO mehr als die Hälfte seiner Mitarbeiter habe, von den Steuersenkungen in den Vereinigten Staaten. Andererseits beobachte man aber "den Aufbau von Handelsbarrieren, ausgehend von den USA, ausstrahlend in die ganze Welt". Da seien "Dinge, die man genau beobachten muss, weil Handelshemmnisse auf die Entwicklung der Weltkonjunktur wirken". Möglicherweise werde aber auch nur "bewusst ein Theaterdonner inszeniert", denn die Aufkündigung der NAFTA-Vereinbarung mit Mexiko und Kanada habe eine Einigung binnen 14 Tagen bewirkt. Im Verhältnis USA-China gebe es "noch keine Besserung", meinte Grohmann, "aber da fehlt uns der Einblick".

Im Halbjahr steigerte SBO den Umsatz um 47 Prozent auf 200 Mio. Euro. Der Auftragseingang wuchs um 63 Prozent auf 244 Mio. Euro. Der Auftragsstand legte mit knapp 80 Mio. Euro auf mehr als das Doppelte zu. Die Neunmonatszahlen will SBO am 28. November veröffentlichen. (apa/red)