Elektroautos

Tesla lässt sich ersten Standort in Europa über eine Milliarde kosten

Tesla will in seine erste Fabrik in Europa rund eine Milliarde Euro investieren. Die Produktion am Standort in der Nähe von Berlin soll Mitte 2021 starten. Die Fabrik ist auf die Produktion von bis zu 500.000 Fahrzeugen im Jahr ausgelegt.

Der US-Elektroautobauer Tesla plant für seine erste Fabrik in Europa Errichtungskosten von rund 1,065 Milliarden Euro. Das geht aus einem aktualisierten Antrag für die umweltrechtliche Genehmigung hervor, der veröffentlicht wurde. Die Bauarbeiten sollen bis in den März 2021 hinein dauern.

Die Produktion in Grünheide nahe Berlin, die im Juli 2021 starten soll, ist demnach in einem Betrieb mit drei Schichten an 24 Stunden pro Tag vorgesehen. Aus der Prognose für den Umfang des Lärms beim Betrieb geht hervor, dass Tesla pro Schicht von 2.100 Beschäftigten ausgeht. In der Fabrik ist eine maximale Produktion von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr geplant. Dabei soll die Zahl so schnell wie möglich auf das Maximum hochgefahren werden.

Tesla trotzt Coronakrise -Deutlich mehr Auslieferungen als erwartet

IIm zweiten Quartal hat Tesla trotz Belastungen durch die Coronakrise deutlich mehr Fahrzeuge ausgeliefert als erwartet. In den drei Monaten bis Ende Juni brachte Tesla weltweit 90.650 Autos an die Kundschaft, wie das Unternehmen in Palo Alto mitteilte. Damit wurden die Prognosen der Analysten bei Weitem übertroffen.

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Mit 80.050 Stück entfiel der Großteil der Auslieferungen auf Teslas günstigstes Fahrzeug Model 3 und das neue Kompakt-SUV Model Y. Mit diesen Angeboten etabliert sich die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk zunehmend im Massenmarkt. Model S und X, die älteren, größeren und deutlich teureren E-Autos von Tesla, entwickeln sich indes immer mehr zu Auslaufmodellen. Insgesamt stellte Tesla im Quartal rund 82.000 Fahrzeuge her, obwohl das Stammwerk im kalifornischen Fremont zeitweise pandemiebedingt schließen musste.

Die starken Zahlen unterstreichen Teslas Erfolgsserie - obwohl die Coronakrise den Automarkt zuletzt stark ausbremste, gingen die Auslieferungen im Jahresvergleich lediglich um etwa fünf Prozent zurück. Damit schlug sich das Unternehmen wesentlich besser als die meisten anderen Hersteller. Am Vortag hatten viele Autobauer ihre Absatzzahlen für den US-Markt vorgelegt und starke Absatzrückgänge verzeichnet. Beim US-Branchenführer General Motors etwa sanken die Verkäufe um 34 Prozent, bei Fiat Chrysler sogar um 39 Prozent.

Rückgänge bei Toyota

Der japanische Branchenriese Toyota, den Tesla jüngst als weltweit wertvollster Autobauer an der Börse überholte, verbuchte ein Minus von 35 Prozent. Dennoch lieferte Toyota im jüngsten Quartal mit 398 029 Neuwagen allein in den USA mehr Autos aus als Tesla im gesamten vergangenen Jahr weltweit. Dass Tesla trotz viel geringerer Volumen höher am Finanzmarkt im Kurs steht als die etablierte Konkurrenz, zeigt, dass Anleger auf E-Mobilität setzen und dem Senkrechtstarter aus der Tech-Hochburg Silicon Valley stärkeres Wachstum zutrauen. (dpa/apa/red)

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