Elektromobilität

Tesla-Giga-Fabrik: Musk macht Druck, Kritik wird immer stärker

Der Zeitpunkt für die Frage der Genehmigung von Teslas erster E-Auto-Fabrik in Europa ist noch immer offen - wie es weitergehen soll.

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Grünheide bei Berlin

Das Umweltministerium im deutschen Bundesland Brandenburg verwies am Montag auf die Online-Erörterung von mehr als 800 Einwänden von Kritikern der Fabrik in Grünheide bei Berlin, die noch bis Donnerstag läuft.

Danach werde die Erörterung ausgewertet, um zu sehen, ob sich aus den Erläuterungen Prüfungen ergäben, sagte die Sprecherin des Brandenburger Umweltministeriums, Frauke Zelt, am Montag in Potsdam. "Es geht darum, ein rechtssicheres Genehmigungsverfahren sicherzustellen."

Musk hatte am Samstag bei einem Volksfest auf der Fabrik-Baustelle in Grünheide gesagt, Tesla wolle spätestens im Dezember mit der Produktion starten. Der Elektroautohersteller aus den USA baut die Fabrik bisher über vorzeitige Zulassungen, weil die abschließende umweltrechtliche Genehmigung durch das Land Brandenburg aussteht. Sie gilt aber als wahrscheinlich.

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Bei der Online-Erörterung, die nach einem überarbeiteten Antrag von Tesla für das Bauprojekt nötig wurde, geht es um mehr als 800 Einwände. Umweltschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für Natur und Trinkwasser, Tesla weist die Kritik zurück.

In Grünheide sollen rund 12.000 Mitarbeiter bis zu 500.000 Elektroautos im Jahr bauen. Zunächst soll das Modell Y vom Band laufen. Das Autowerk vor den Toren Berlins gilt als eines der wichtigsten Industrieprojekte in Ostdeutschland. Geplant ist auch eine eigene Batteriefabrik mit neuer Technologie.

Brandenburg sieht Tesla als Magnet für Investoren. Tesla sei "eine Steilvorlage für die weitere Standortvermarktung", sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) der "Märkischen Allgemeinen" (Montag). Die Wirtschaftsförderung Brandenburg will die Dynamik infolge der Ansiedlung nutzen. Geschäftsführer Steffen Kammradt kündigte für die kommenden Monate eine Anzeigenkampagne in Fachmagazinen und sozialen Netzwerken an, um Unternehmen in den USA, Japan und Südkorea anzusprechen und für den Standort Brandenburg zu gewinnen. "Brandenburg ist das Land der Mobilität der Zukunft, der Energiewende und der modernen Industrie", sagte Kammradt.

Eine neue Investition wurde am Montag bekannt: Das kanadische Unternehmen Rock Tech Lithium plant in Guben in Brandenburg Europas erste Anlage für Lithiumhydroxid zur Nutzung für Batterien in Elektroautos. Rund 470 Millionen Euro sollen an der deutsch-polnischen Grenze investiert werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Produktionsstart sei für 2024 geplant, die Anlage soll rund 160 Mitarbeiter beschäftigen. Pro Jahr ist die Herstellung von rund 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid geplant, das sei der Bedarf von rund 500.000 Elektrofahrzeugen. (apa/red)

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