Telekommunikation

Telekom Austria-Chef: Europaweit massiver Mangel an Technikern

Telekom Austria habe "ein Riesenproblem, die richtigen Leute zu finden", sagt Konzernchef Alejandro Plater - und zwar nicht nur in Österreich, sondern europaweit. Auf der Suche ist der mehrheitlich America Movil gehörende Konzern auch nach einer Nachfolge für A1-Chefin Margarete Schramböck.

Telekom Austria-Chef Alejandro Plater warnt vor einem massiven Personalmangel bei Technikern, das unter anderem der hohen Steuerlast geschuldet ist - und nicht nur in Österreich: "Wir haben nicht nur ein Riesenproblem, die richtigen Leute in Österreich zu finden, wir finden sie in ganz Europa kaum."

Suche nach neuer Leitung für A1

Der prominenteste offene Posten bei der teilstaatlichen, börsenotierten Telekom ist der Chefsessel bei der "Cash Cow" des Konzerns, der A1. Mehr dazu hier: Machtkampf bei Telekom Austria eskaliert - Margarete Schramböck geht im Streit >>

Nach dem Abgang von A1-Chefin Margarete Schramböck - Medienberichten zufolge soll es zuvor Streit mit Plater gegeben haben - laufe die Suche nach einer Nachfolge auf Hochtouren. "So schnell wie möglich" will Plater hier eine Lösung, derzeit hat A1-Technikvorstand Marcus Grausam den A1-Chefsessel vorübergehen übernommen.

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Von angekündigten Expansionsplänen der Mexikaner ist nicht viel übrig

Die Anforderungen an die Nachfolge? Ein gutes Netzwerk, Teamfähigkeit, Vertrauenswürdigkeit sowie Agilität - und perfektes Deutsch, so Plater, der sich als Argentinier weiterhin unüberhörbar mit der deutschen Sprache abmüht.

Kritiker merken an, dass von den ursprünglichen Expansionsplänen des mexikanischen Konzerns America Movil, an den die Mehrheit der Telekom Austria verkauft wurde, bis jetzt nicht viel übriggeblieben ist. Das weist Plater zurück: "Unsere Strategie zahlt sich aus, das beweist auch der Aktienkurs." Ein Drittel des Wachstums komme von der im Februar des heurigen Jahres neu vorgestellten A1 Digital, betont er.

Kritik an Regulatoren in Europa

Und er zeigt sich unzufrieden mit dem regulatorischen Umfeld in Europa. Im Wettstreit mit Gratisangeboten wie WhatsApp herrsche kein fairer Wettbewerb. "Die SMS ist reguliert, WhatsApp nicht. Und wir sind auch bei Angeboten in der Cloud reguliert", so Plater.

Der Fokus auf das Wachstum in Südosteuropa, wie ihn noch die Vorgänger von Plater - Boris Nemsicz und Hannes Ametsreiter - hatten, sieht Plater weniger. Derzeit investiere die Telekom vorrangig in das Cloudgeschäft in Deutschland. Dort ist übrigens Ametsreiter Chef von Telefonica Deutschland.  (APA/red)

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