Brückenkredit

Teak Holz schlittert ohne frisches Geld in Insolvenz

Der tief in der Krise steckende Linzer Plantagenbetreiber Teak Holz International AG (THI) will "in den nächsten Tagen" eine Zwischenfinanzierung präsentieren. Die Verhandlungen seien in der finalen Phase, hieß es auf APA-Anfrage. Ohne frisches Geld droht dem Plantagenbetreiber die Insolvenz.

Eigentlich wollte Teak Holz den Überbrückungskredit bereits in der Woche nach der Krisen-Hauptversammlung vom 11. Februar abschließen, nun soll "in den nächsten Tagen" eine Zwischenfinanzierung präsentiert werden. 

Mit dem Geld soll Teak Holz laut früheren Angaben zumindest bis Ende April zahlungsfähig bleiben und somit Spielraum für Verhandlungen mit Investoren oder Käufern erhalten. Aber die Zeit drängt: Ende August wird eine 15,6 Millionen Euro schwere Wandelanleihe fällig. Anleihegläubigerin Isabella de Krassny am Donnerstag: "Die Verhandlungen sind schwierig und noch lange nicht zu Ende." Mit den Gläubigern wurde laut de Krassny nach mehreren Treffen zuletzt ein Stillhalteabkommen vereinbart, "um dem Unternehmen eine Atempause zu gewähren", wie sie zur APA sagte. Damit verzichten die Gläubiger vorübergehend auf die Tilgung der Schulden.

Die akuten Probleme von Teak Holz haben im Dezember 2014 begonnen, als der Vorstand mitteilte, dass auf den Plantagen in Costa Rica nur 660.000 Teakbäume stehen, bei den Bilanzen in den Vorjahren war man von 1,3 Millionen Bäumen ausgegangen. Beim Börsengang 2007 war sogar noch von über zwei Millionen Teakbäumen die Rede. Das "profil" berichtete im Jänner, dass mittlerweile einiges darauf hindeute, dass die Bilanzen der Vergangenheit fehlerhaft waren. Eine Folge beispielloser Schlamperei, möglicherweise auch mehr, so das Magazin.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2013/14, das am 30. September endete, wurde daraufhin auf unbestimmte Zeit verschoben, weil die Wirtschaftsprüfer derzeit keine positive Fortbestandsprognose ("going concern") abgeben können. Seit vergangener Woche hat Teak Holz mit dem Sanierer Thomas Jakobowitz für vorerst drei Monate einen zweiten Vorstand.

Scheitert die Sanierung, steht der Plantagenbetreiber vor der Pleite. Die Aktionäre würden dann durch die Finger schauen. Für den Fall einer Zerschlagung reiche der Wert des Teakholzes nicht aus, um alle Schulden in der Höhe von 31,7 Millionen Euro zu bedienen, sagte Fraundorfer auf der außerordentlichen Hauptversammlung im Februar. Einen Verkauf der Plantagen haben die Aktionäre abgelehnt.

In den Gesprächen mit Gläubigern und Investoren strebt das Unternehmen eine Restrukturierung auch über einen Kapitalschnitt und eine Kapitalerhöhung an. Daneben wird trotz "Nein" der Aktionäre weiter ein Teil- oder Komplettverkauf der Plantagen sondiert. Bei konkreten Angeboten soll in einer weiteren Hauptversammlung erneut darüber abstimmt werden. (apa)

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