Nutzfahrzeuge

Tatra soll Interesse an MAN in Steyr haben

Medienberichten zufolge soll der tschechische Autobauer Tatra ein "grundsätzliches Interesse" am traditionsreichen Standort des Lastwagenbauers MAN in Oberösterreich haben. Offen ist derzeit, ob und wie viele Arbeitsplätze gerettet werden könnten.

Der tschechische Automobilhersteller Tatra mit Sitz in der Stadt Koprivnice (deutscher Name Nesselsdorf) soll Interesse an dem von der Schließung bedrohten Standort der MAN in Steyr haben. Das hatten oberösterreichische Medien vergangene Woche berichtet.

MAN-Mutter Traton plant das Werk mit 2.300 Beschäftigten trotz Standort- und Beschäftigungsgarantie 2023 zu schließen. Die Fronten zwischen Management und Betriebsrat haben sich vergangene Woche weiter verhärtet. Lesen Sie dazu: Streit um Kündigungen bei MAN eskaliert

Tschechischer Repräsentant bestätigt "grundsätzliches Interesse"

"Ich kann bestätigen, dass Tatra grundsätzlich Interesse an einem Engagement in Steyr hat", zitierten die "Oö. Nachrichten" Anton Bucek, der Tatra in Österreich repräsentiert. Näheres könne man aber noch nicht dazu sagen, solange keine Details auf dem Tisch liegen und nicht klar sei, was die deutsche Konzernmutter vorhabe. Tatra baut pro Jahr 1.400 Lkw und verzeichnete heuer entgegen dem Branchentrend ein Auftragsplus von 30 Prozent.

White Paper zum Thema

Zuletzt hatte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) von Bemühungen berichtet, ein "Österreich-Konsortium" aufzustellen, das das Werk in Oberösterreich übernehmen könnte. Es gebe Interessenten, Gespräche würden laufen. Details - etwa wie viele Jobs erhalten bleiben oder was dort künftig produziert wird - sind aber auch hier noch offen. (apa/red)