Schiffbau

Südkorea plant neue Milliardenhilfen für Schiffbauindustrie

Südkorea will der angeschlagenen Schiffbauindustrie des Landes mit öffentlichen Aufträgen für mehr als 250 Schiffe helfen. Nach der Pleite der ehemals größten koreanischen Reederei Hanjin Shipping verlieren in den kommenden zwei Jahren 20.000 Menschen in der Branche ihren Arbeitsplatz.

Südkorea will der angeschlagenen einheimischen Schiffbauindustrie mit öffentlichen Aufträgen für mehr als 250 Schiffe helfen. Für die Aufträge, die auch Militärschiffe einschließen sollen, will die Regierung bis 2020 mehr als elf Billionen Won (8,8 Mrd. Euro) ausgeben. Davon sollen auch die drei größten Werften der Welt profitieren, die in Südkorea sitzen.

Außerdem kündigte Finanzminister Yoo Il Ho in Seoul weitere Finanzhilfen in Höhe von 6,5 Billionen Won für die ebenfalls kriselnde Schifffahrtindustrie des Landes an.

Finanzminister: Nachfrage wird weiter sinken

Bis Ende des Jahrzehnts müsse die Schiffbauindustrie mit einer weiter sinkenden Nachfrage rechnen, wurde Yoo von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Die schwachen Schifffahrtmärkte hatten auch die drei größten Werften getroffen.

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Hyundai Heavy Industries, Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering (DSME) und Samsung Heavy Industries legten eigene Rettungspläne vor. Nach Angaben der Regierung werden bei den drei Unternehmen bis 2018 etwa 20.000 Beschäftigte entlassen. Zudem sollen ihre Werftkapazitäten durch die Reduzierung der Baudocks von derzeit 31 auf 24 gekappt werden.

Um die Schifffahrtindustrie zu normalisieren, will die Regierung den Firmen helfen, neue Schiffe - darunter Massengutfrachter und Containerschiffe - zu ordern. Die Ankündigung erfolgte zwei Monate nach der Insolvenz der vormals größten südkoreanischen Reederei Hanjin Shipping. In Hamburg hatte die Hanjin Europe mehrere Wochen auf ihre Entladung gewartet. Die Zukunft des Unternehmens ist unklar. (dpa/apa/red)