Hintergrund

Südkorea: Olympischen Spiele am herausragenden Industriestandort

Industriebetriebe aus Südkorea gehören inzwischen zur Weltspitze. Die Wirtschaft prägen riesige Mischkonzerne, viel Fleiß - und abendliche Exzesse mit Arbeitskollegen.

Südkorea gehört neben Japan und Singapur zu den führenden Innovationshotspots Asiens und weltweit zur Technologie-Spitze. Das Land ist vor allem von riesigen Mischkonzernen geprägt. Auch die Automobil- und Autozulieferindustrie sowie der Schiffsbau gehören zu den besonders wichtigen Sparten des heurigen Olympia-Veranstalters Südkorea.

Die "heftigsten" Internetnutzer des Planeten

Südkorea ist in Sachen Informationsgesellschaft auf dem Erdball das non plus Ultra. Die Südkoreaner sind im weltweiten Vergleich die heftigsten Internetnutzer. Mehr als 92 Prozent der Haushalte haben einen Anschluss - und keinen langsamen: Das Land verfügt auch über die weltweit schnellsten Anschlüsse.

WKÖ reist

Erst im November bereiste eine von der WKÖ organisierte Wirtschaftsdelegation aus Österreich die Halbinsel. Dabei ging es in Korea nicht nur in die unbestrittene Metropole und Hauptstadt Seoul, sondern auch in die Millionenstadt Daejon. Kein Wunder: Die Stadt gilt als ein Zentrum für IKT Forschung und Entwicklung.

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Mit der dortigen Universität KAIST (Korea Advanced Institute of Science and Technology) wurde eine Absichtserklärung für eine strategische Partnerschaft unterzeichnet. Einen Besuch stattete die Wirtschaftsdelegation dort auch dem ebenso führende IKT-Institut ETRI (Electronics and Telecommunications Research Institute) ab.

Zahlreiche Konzerne stehen inzwischen an der Weltspitzte

Die südkoreanischen Top-Firmen gehören weltweit zur Spitze. Im IT-Bereich sind das unter anderem der Gigant Samsung, der Halbleiterhersteller SK Synix, SK Telecom, SK Innovation und LG. Samsung produziert nicht nur selbst Smartphones und ist schärfster Apple-Konkurrent - die Firma liefert auch Teile für das Apple-iPhone. Im Automobilbereich bekannt sind Hyundai (auch Schiffsbau) Kia und Ssangyong.

Der wörtlich genommene Feierabend

Für den Erfolg der Unternehmen sorgt unter anderem auch die aus europäischer Sicht fast schon extreme Arbeitsmoral. Diese ist nicht nur von großem Fleiß, strenger Hierarchie und Überstunden geprägt, sondern auch vom Alkohol - gemeinsam mit Kollegen nach Feierabend.

Südkorea liegt bei der OECD-Statistik zum Durchschnitt der effektiv geleisteten Arbeitsstunden pro Jahr am zweiten Platz. 2014 (neueste Daten) arbeiteten die Südkoreaner im Schnitt 2.124 Stunden. Zum Vergleich: Der OECD-Schnitt liegt bei 1.770 Stunden, Österreich bei 1.629 Arbeitsstunden. Deutschland ist laut dieser Statistik Letzter mit 1.371 Stunden.

Büro als Familie: Genaue Zahl der Arbeitsstunden relativ

Die Statistik sagt aber nicht nur etwas zum Fleiß aus, sondern auch über die Effektivität innerhalb der Arbeitszeit. Diese ist in Südkorea überraschender Weise nicht die höchste. Spricht man mit Südkorea-Kennern, so gehen Südkoreaner oft nicht heim, wenn die Arbeit getan ist. Das Büro gilt oft als Familie. Die Häufigkeit von im doppelten Wortsinn genommenen Feierabenden mit kollegialen Trinkgelagen ist immens. Dies, obwohl Fleiß eine in Südkorea besonders wichtige Tugend ist. Schon Volksschülern wird der koreanische Begriff dafür - "Yeolshimi" - verinnerlicht. (APA/red)

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