Kurioses

Stuttgart21: Deutsche Bahn zahlt 4.000 Euro pro Eidechse

Das umstrittenste Bauprojekt Deutschlands macht der Deutschen Bahn weiter Probleme. Derzeit beschäftigt den Großkonzern die Umsiedlung von einigen tausend streng geschützten Eidechsen - und die damit verbundenen Kosten von 15 Millionen Euro.

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Die Umsiedlung von Eidechsen für das umstrittene Milliardenprojekt Stuttgart 21 kostet nach Angaben der Deutschen Bahn rund 15 Millionen Euro. Bei Wendlingen wurden in den vergangenen Wochen 200 streng geschützte Zauneidechsen von einem Bauplatz für die ICE-Trasse Stuttgart-Ulm eingesammelt, wie die Bahn mitteilt. 250 solche Amphibien werden dort vermutet.

In Stuttgart-Untertürkheim müssen gut 6.000 Mauereidechsen umgesiedelt werden. Den Start der Bauarbeiten in Wendlingen hätten die Tiere schon um 18 Monate verzögert, sagte Projektsprecher Jörg Hamann.

Experten fingen die Kriechtiere mit einer an einer Rute befestigten Schlinge. Sie werden zehn Kilometer weiter wieder angesiedelt. Durch Planung, Gutachten, Monitoring, Fang und Grunderwerb koste die Umsiedlung einer Eidechse zwischen 2.000 Euro und 4.000 Euro, hieß es.

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Stuttgart21 ist das umstrittenste und im Vorfeld am stärksten bekämpfte laufende Bauprojekt Deutschlands. Die Pläne, die unter anderem massive Eingriffe in das gesamte Stadtbild von Stuttgart und die Untertunnelung ganzer Stadtviertel vorsehen, haben monatelange Proteste in Baden-Württemberg und bundesweit ausgelöst. Bilder von Menschen aus der Mittelschicht, die sich Wasserwerfern in den Weg stellen, haben den Begriff des "Wutbürgers" geprägt. Diesem Konflikt verdanken auch die Grünen Baden-Württembergs den Einzug in den Landtag eines traditionell tief schwarzen Bundeslandes. (red/dpa/apa)

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