Management

Studie von Deloitte: Risiken im Einkauf steigen

In einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte geben rund 60 Prozent der Einkaufschefs an, dass für sie die Risiken in den letzten zwölf Monaten gestiegen sind. 68 Prozent reagieren darauf mit einer stärkeren Automatisierung ihrer Beschaffungsprozesse. Deloitte empfiehlt außerdem auch eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen im eigenen Unternehmen.

Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte nehmen Komplexität und Unsicherheit im Einkauf zu. Für die Untersuchung hat Deloitte rund 500 Einkaufschefs zur Situation im Beschaffungswesen befragt. Dabei geben 61 Prozent der Befragten an, dass die Risiken im Einkauf in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen seien. Allerdings bereite sich weniger als die Hälfte der Befragten auf diesen Risikoanstieg vor und plane zum Beispiel Änderungen bei der Auswahl von Lieferanten, so Alexander Kainer von Deloitte Österreich.

Zu den internen Risiken kommen neue externe dazu

Bisher waren im Einkauf Deloitte zufolge vor allem innerbetriebliche Themen wie die interne Komplexität, die Steuerung von Großlieferanten und die digitalen Fragmentierung des eigenen Unternehmens Faktoren, die für Unsicherheit bei den Einkaufschefs gesorgt haben.

Jetzt rücken aber für viele Einkaufschefs zunehmend externe Risikofaktoren in den Mittelpunkt, etwa ein möglicher wirtschaftlicher Abschwung, eine mögliche Deflation, die anhaltenden Handelskonflikte und der bevorstehende Brexit.

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"Das Umfeld im Einkauf wird immer komplexer und der Umgang mit der eigenen Lieferkette immer herausfordernder. In Kombination mit wirtschaftspolitischen Unsicherheiten führt das in der Beschaffung vieler Unternehmen zu Überforderung. Das nehmen wir auch hierzulande wahr", so Alexander Kainer.

Entsprechende IT und Vernetzung mit anderen Abteilungen können helfen

Nach Meinung der Unternehmensberatung können jedoch digitale Technologien einzelne Prozessschritte vereinfachen und damit die Abläufe im Einkauf verbessern. Der Untersuchung zufolge nutzen 68 Prozent der Befragten entsprechende IT, um ihre Beschaffungsprozesse zu optimieren und zu automatisieren. Mehr als die Hälfte der Befragten setzt außerdem auf die digitale Vernetzung mit anderen internen Anlaufstellen sowie externen Lieferanten.

"In digitaler Hinsicht sind die Betriebe heute bereits gut aufgestellt. Die mangelnde Qualität der generierten Daten stellt aber für viele noch eine Hürde bei der effektiven Anwendung der neuen Technologien dar", meint Kainer und verweist unter anderem auf Schulungen von Mitarbeitern, die seiner Meinung nach zunehmend wichtig werden.

Ziele der Einkaufschefs: Senkung der Kosten an oberster Stelle

Bei den Zielen geben 70 Prozent der Befragten an, dass eine Senkung der Kosten im Beschaffungswesen oberste Priorität habe. Risikomanagement steht für 55 Prozent ganz oben, eine Digitalisierung des Einkaufs halten 52 Prozent für sehr wichtig.

Diese Ziele seien nur erreichbar, wenn der Einkauf in eine ganzheitliche Unternehmensstrategie eingebunden und mit anderen Bereichen gut verknüpft sei, heißt es bei Deloitte. Auch hier ortet die Unternehmensberatung Handlungsbedarf - was ganz nebenbei auch neuen Bedarf an Beratungen implizieren kann.

So stellt die Untersuchung fest, dass nur in einem Viertel der Betriebe die Einbindung in Strategien und eine Verknüpfung mit anderen Bereichen gegeben sei. Der Einkauf sei vor allem mit wichtigen Abteilungen wie der IT oder der Finanzabteilung unzureichend vernetzt. Alexander Kainer meint dazu: "Es braucht eine enge Verzahnung des Einkaufs mit den anderen Fachabteilungen, um bereichsübergreifend Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu entwickeln. Da gibt es bei vielen Unternehmen noch einiges zu tun." (red)

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