Zulieferindustrie

Studie: Auf Autozulieferer kommen schwere Zeiten zu

Die Absatzflaute am Automarkt schlägt einer Studie zufolge immer stärker auf die Zulieferer durch. Die Autoren der Studie raten den Firmen, sich einen ausreichenden finanziellen Spielraum zu sichern, da der Zugang zu Kapital durch die negative Marktlage schwieriger werden könnte.

Die schwächelnde Nachfrage bei den Automobilherstellern schlägt einer Studie zufolge immer stärker auf die Zulieferer durch. Die Pkw-Produktion sei im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent gesunken, hieß es in einer veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Roland Berger und der Investmentbank Lazard.

Außerdem werde die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) der Zulieferer voraussichtlich in diesem Jahr im Schnitt nur noch bei rund sechs Prozent liegen - dem niedrigsten Wert seit 2012. Die Experten hatten für ihre Untersuchung die Kennzahlen von weltweit über 600 Zulieferern ausgewertet.

Flaute in China und enorme Kosten für Elektroautos als Ursachen

Ursache für die Entwicklung sei vor allem der schwache Pkw-Absatz in China und die allgemeine konjunkturelle Abkühlung. In China seien die Autoverkäufe im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum im zweistelligen Bereich gesunken. Hinzu kämen strukturelle Veränderungen im Rahmen des Wandels hin zur Elektromobilität.

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Verstärkt werde der Trend noch durch die internationalen Handelskonflikte und die laufenden Sparprogramme der Hersteller. In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage vor allem vom chinesischen Markt angekurbelt worden, woraufhin viele Zulieferer ihre Kapazitäten ausgebaut hätten. Bei einigen Firmen blieben nun 60 bis 70 Prozent der neuen Kapazitäten ungenutzt.

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Berlin kündigt Hilfe an

Zur Branche gehören neben Konzernen wie Continental, Schaeffler oder Robert Bosch auch zahlreiche kleinere Unternehmen. In Deutschland will Wirtschaftsminister Peter Altmaier den Herstellern unter die Arme greifen, wozu er kürzlich in Berlin Eckpunkte vorgestellt hat. Der CDU-Politiker will die steuerlichen Belastungen reduzieren, unter anderem soll die Unternehmensbesteuerung auf 25 Prozent begrenzt werden.

Ratschlag der Studienautoren: Gute Kreditlinien sichern

Die Autoren der Studie über die Zulieferindustrie raten den Firmen, sich rasch einen ausreichenden finanziellen Spielraum zu sichern, da der Zugang zu Kapital durch die negative Marktlage schwieriger werden könnte. Viele Finanzfirmen und Investoren bevorzugen demnach andere Sektoren als die zyklische Automobilindustrie. Gleichzeitig würden Banken Kredite restriktiver vergeben. Dies treffe insbesondere kleinere Zulieferer in Produktbereichen, die künftig strukturell unter Druck kämen. (reuters/apa/red)

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