Energiewirtschaft

Stromproduktion: Zum ersten Mal Gleichstand bei Kohle und Erneuerbaren

Im Jahr 2018 hat die Energiewirtschaft in Deutschland zum ersten Mal genau so viel Strom mit Erneuerbaren produziert wie mit Kohle. Beide Produktionsweisen hatten rund 35 Prozent Anteil an der Stromproduktion, so die Agora Energiewende.

Die erneuerbaren Energien haben im vergangenen Jahr Experten zufolge in Deutschland erstmals so viel Strom geliefert wie Braun- und Steinkohle. Der Anteil von Wind, Sonne und weiteren Ökostrom-Quellen an der Gesamtproduktion lag 2018 laut der Denkfabrik Agora Energiewende bei 35,2 Prozent - die Kohle kam auf den gleichen Wert. Der Energiewende-Rückblick 2018 wird in Berlin veröffentlicht.

Erneuerbare: Über 38 Prozent beim Stromverbrauch

Der Öko-Anteil am Stromverbrauch stieg demnach sogar auf 38,2 Prozent. Er liegt etwas höher als bei der Produktion, weil Deutschland auch im vorigen Jahr wieder Strom exportiert hat.

Grund für die Entwicklung ist den Daten zufolge nicht nur ein Anstieg der Ökostrom-Menge, sondern auch ein deutlicher Rückgang bei der Stromproduktion aus Steinkohle. Die Abnahme der Braunkohle-Verstromung nennen die Experten dagegen nur "marginal".

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Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) sank im vergangenen Jahr überraschend stark, nämlich um mehr als 50 Millionen Tonnen oder 5,7 Prozent. Das sei aber hauptsächlich auf den milden Winter zurückzuführen - und auf ein leicht gesunkenes Produktionsniveau bei den energieintensiven Industrien sowie hohe Preise für Diesel und Benzin.

Zerbrechliche Statistik

Schon der nächste durchschnittlich kalte Winter und kleine konjunkturelle Veränderungen würden die positive Entwicklung wieder zunichte machen, warnte der Direktor von Agora Energiewende, Patrick Graichen. (dpa/apa/red)

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