Netzwerkausrüster

Streit um Huawei mit China: Australien wendet sich an WTO

Australien hat sich im Handelskonflikt mit China an die WTO gewendet. Das Land hat dem umstrittenen chinesischen Netzwerkausrüster den Bau des 5G-Netzes untersagt. Daraufhin stoppte China den Import von Kupfer, Kohle und Gerste aus Australien.

Australien hat sich im Handelskonflikt mit China wegen der Erhebung von hohen Zöllen auf Gerste an die Welthandelsorganisation (WTO) gewandt. "Das ist der logische und angemessene nächste Schritt, den Australien gehen muss", sagte Handelsminister Simon Birmingham.

China hatte australische Gerste im Mai mit Zöllen von mehr als 80 Prozent belegt und deren Einfuhr damit faktisch gestoppt. Peking warf der Regierung in Canberra vor, die Produktion des Getreides zu subventionieren und damit gegen die WTO-Regeln zu verstoßen.

Die Beziehungen der beiden Staaten haben sich in den vergangenen zwei Jahren merklich verschlechtert. So untersagte Australien dem chinesischen Technologiekonzern Huawei, ein 5G-Netz in Down Under aufzubauen. Auch ist Peking erbost darüber, dass die australische Regierung im Frühjahr eine unabhängige Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus forderte, der sich von der chinesischen Metropole Wuhan aus weltweit verbreitete. China ist mittlerweile auch gegen andere Industriezweige Australiens vorgegangen und hat etwa Handelsbeschränkungen für Wein, Kohle und Kupfer erlassen.

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"Wir sind enttäuscht, dass China nicht mit Australien kommuniziert hat, um die Bedenken auszuräumen, und glauben, dass die Einberufung des unabhängigen Schiedsrichters die am besten geeignete Vorgehensweise zur Beilegung dieses Streits ist", betonte Birmingham. Die Streitschlichtungsprozesse der WTO seien "nicht perfekt" und dauerten sehr lange, aber dies sei trotzdem "für Australien der richtige Weg zu diesem Zeitpunkt". (dpa/apa/red)