Streit um Erdgas: Ukraine lehnt Angebot von Gazprom ab

Die Ukraine hat im Streit um die Durchleitung von Erdgas nach Fertigstellung von Nord Stream 2 ein Kompromissangebot aus Moskau abgelehnt.

Die Ukraine hat im Streit um ihre künftige Rolle für den Erdgas-Transit von Russland nach Europa ein Kompromissangebot aus Moskau abgelehnt. Das von dem russischen Energiekonzern Gazprom ins Gespräch gebrachte jährliche Transitvolumen von zehn bis 15 Milliarden Kubikmeter Gas will Kiew nicht akzeptieren.

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Das Transit-Volumen müsse auch nach dem Bau der Gas-Pipeline Nord Stream 2 jährlich mindestens 40 Milliarden Kubikmeter Gas betragen, um für die Ukraine rentabel zu sein, sagte Energieminister Igor Nassalyk nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine. "Für die Ukraine ist das nicht vorteilhaft."

Im vergangenen Jahr hatte Gazprom Kiewer Statistiken zufolge 93,5 Milliarden Kubikmeter Gas über die Ukraine nach Europa transportiert.

Am Dienstag hatte Gazprom der Ukraine in Aussicht gestellt, unter bestimmten Bedingungen auch in Zukunft Erdgas durch das Land zu leiten. Es könne aber nicht die gleiche Liefermenge wie bisher aufrechterhalten werden, erklärte der Chef des staatlich kontrollierten Energieriesen, Alexej Miller.

Zuvor hatte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Ukraine weiterhin eine Transitrolle für russisches Erdgas zugesichert. Es könne nicht sein, dass die Ukraine künftig "keinerlei Bedeutung mehr im Blick auf den Transit von Erdgas hat", sagte sie.

Gazprom plant den Bau einer 1.200 Kilometer langen Gas-Pipeline durch die Ostsee bis nach Mecklenburg-Vorpommern. Von dort aus soll das Gas in andere Teile Europas weitergeleitet werden. (afp/apa/red)