Pharmaindustrie

Streit bei Stada eskaliert: Finanzfirmen wollen jetzt Geld sehen

Nach der erfolgreichen Übernahme des deutschen Pharmakonzerns Stada kämpfen jetzt Finanzfirmen um viel Geld. Der berüchtigte Finanzinvestor Paul Singer will eine satte Abfindung, die neuen Eigner Bain Capital und Cinven den Zugriff auf die Kassa des deutschen Herstellers.

Lange hat sich Finanzinvestor Paul Singer über seine Absichten beim Arzneimittelhersteller Stada bedeckt gehalten - nun hat er einen Teil des Rätsels gelüftet: Singer spekuliert wie erwartet auf eine satte Abfindung. Dabei geht es um den von den neuen Eignern Bain Capital und Cinven angestrebten Beherrschungvertrag, mit dem sie Zugriff auf die Kasse von Stada bekommen wollen.

Der Hedgefonds Elliott von Paul Singer werde den Vertrag nur gegen eine Mindestabfindung von 74,40 Euro je Aktie unterstützen, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag in London.

Damit verlangt Singer einen satten Aufschlag von mehr als 8 Euro je Aktie auf den ursprünglichen Angebotspreis von 66,25 Euro. Das Investorenduo Bain und Cinven wollte die Forderungen des in den USA lebenden Investors nicht kommentieren. Singer hält laut jüngsten Angaben mehr als 12 Prozent an Stada.

White Paper zum Thema

Hier eine Übersicht aller Meldungen zum Kampf um Stada >>

Die Investoren hatten zwei Übernahmeversuche gebraucht, um den Bad Vilbeler Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Ladival und Grippostad für rund 5,3 Mrd. Euro zu übernehmen. Auch der zweite Anlauf verlief zäh, am Ende sicherten sich die beiden Investoren im Juli knapp 64 Prozent an dem MDax-Unternehmen.

Aktie von Stada fällt

Die Stada-Aktie rutschte nach der Nachricht auf gut 77 Euro an. Mit der von Singer genannten Summe dürfte nun klar sein, "dass Kurse weit über 80 Euro wohl etwas hoch waren und nicht wiederkommen", sagte ein Börsianer. In der Hoffnung auf einen Aufschlag im Zuge des angestrebten Gewinnabführungsvertrags und eines späteren möglichen Herausdrängens von Minderheitsaktionären waren Stada-Aktien in der Spitze bis auf über 83 Euro geklettert.

Um bei Stada durchregieren zu können, wollen Bain und Cinven auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über den Beherrschungsvertrag abstimmen lassen. Sie hoffen zudem, dass während der noch bis zum morgigen Freitag (1. September) laufenden Nachfrist weitere Aktionäre ihre Papiere andienen. (dpa/apa/red)

Aktuell zu den Deals von Bain Capital:

Milliardendeal: Aggressive Finanzfirma will deutschen Keramikhersteller Ceramtec offenbar wieder abstoßen >> 

Verwandte tecfindr-Einträge