Stahlindustrie

Strafzölle: Argentinien einigt sich mit den USA - Brasilien nicht

Argentinien hat sich mit den USA auf eine bestimmte Quote im Handel mit Stahl und Aluminium geeinigt. Verhandlungen zwischen Washington und Brasilien wurden dagegen offenbar abgebrochen.

Argentinien hat sich auf Druck des Weißen Hauses mit den USA auf eine Quotenregelung für Stahl- und Aluminiumexporte geeinigt. Im Gegenzug wird das südamerikanische Land bis zur vorgesehenen Obergrenze von den Strafzöllen befreit, die die US-Regierung eingeführt hatte, wie Argentiniens Produktionsminister Francisco Cabrera mitteilte.

Erlaubt ist demnach künftig die zollfreie Einfuhr in die USA von 100 Prozent der durchschnittlichen Aluminiumexporte der vergangenen drei Jahre. Beim Stahl liegt die Quote bei 135 Prozent.

Entscheidung auch für Australien

Für Argentinien, Brasilien und Australien seien Grundsatzeinigungen erzielt worden, die bis zum 1. Juni finalisiert werden sollen. "In all diesen Verhandlungen konzentriert sich die Regierung auf die Einführung von Quoten, die die Importe begrenzen, Transitlieferungen aus Drittländern verhindern und die Nationale Sicherheit der USA gewährleisten", hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

White Paper zum Thema

Brasilien: Verhandlungen abgebrochen

Dagegen erklärte Brasiliens Regierung, sie habe keine Vereinbarung über Stahl- und Aluminiumexporte in die USA getroffen. Die US-Regierung habe die Verhandlungen vor einer Woche abgebrochen, hieß es in einer Erklärung des brasilianischen Außenministeriums.

Die USA hätten Brasilien vor der Alternative gestellt, die Zollerhöhung oder eine Quotenregelung anzunehmen. Die Aluminiumindustrie Brasiliens ziehe die vorgesehenen zehn Prozent Zoll vor, während für die Stahlproduzenten eine Quotenregelung günstiger sei. Die brasilianische Regierung stehe für weitere Gespräche offen.

Verhandlungen mit EU und Mexiko

Wie für die EU hatte Trump auch die Ausnahmeregelung für die Nachbarn Mexiko und Kanada in der Nacht zum 1. Mai verlängert.

Für Südkorea wurde im Zuge des gemeinsamen Freihandelsabkommens eine Dauerlösung verhandelt.  

China gibt sich selbstbewusst

Derweil zeigt sich China vor neuen Gesprächen mit Washington demonstrativ selbstbewusst. Sollte es zu einem Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Erde kommen, habe China die besseren Voraussetzungen, diesen durchzustehen, so ein ranghoher Regierungsvertreter in Peking.

Man hoffe auf einen positiven Ausgang der Gespräche unter anderem mit US-Handelsminister Wilbur Ross, so der Vertreter weiter. Allerdings sei man auf alle Szenarien vorbereitet und werde weder Vorbedingungen akzeptieren, noch eigene Kerninteressen aufgeben.

Donald Trump sieht China als den Hauptgegner an

US-Präsident Donald Trump sieht im Handelsstreit China als seinen Hauptgegner an und hat mit Zöllen auf chinesische Produkte in einer Größenordnung von 150 Milliarden Dollar gedroht.

Eigentlich geht es nicht um Stahl - sondern um chinesischen "Technologietransfer"

Vor allen die verpflichtende Beteiligung einheimischer Firmen bei Geschäften in China stößt in den USA - wie auch in Teilen Europas - auf Kritik. Kritiker werfen der Regierung in Peking vor, auf diese Weise geistiges Eigentum auszuspionieren. Die USA verlangen von China überdies, seinen Handelsüberschuss um 100 Milliarden Dollar abzusenken.

(dpa/reuters/apa/red)