Bauindustrie

Strabag holt die Dividendenzahlungen an Oleg Deripaska nach

Der heimische Bauriese wird nun die Dividenden für 2017 und 2018 an den Kernaktionär MKA "Rasperia Trading Limited" des russischen Oligarchen Oleg Deripaska auszahlen. Rasperia habe bestätigt, keine sogenannte "blocked entity" nach dem US-Sanktionsregime mehr zu sein.

Die börsennotierte Strabag wird nun die Dividenden für 2017 und 2018 an den Kernaktionär MKA "Rasperia Trading Limited" des russischen Oligarchen Oleg Deripaska auszahlen, wie der Baukonzern in einer Aussendung bekanntgab. Rasperia habe bestätigt, keine sogenannte "blocked entity" nach dem US-Sanktionsregime mehr zu sein.

Die russische Gesellschaft habe dem Bauriesen am vergangenen Montag (14. September 2020) mitgeteilt und mittels entsprechender Dokumentation glaubhaft gemacht, dass sie seit dem 4. September 2020 kein "Specially Designated National" (SDN) mit über 50 Prozent an ihr beteiligt sei.

Die Strabag werde daher die bis dato netto einbehaltenen Dividenden für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 im Volumen von insgesamt 53,7225 Mio. Euro "Zug um Zug gegen die Einreichung der Wertrechte an Rasperia auszahlen". Hinsichtlich der Kontrollstruktur ergeben sich für den Baukonzern den Angaben zufolge "keine Änderungen". Das Syndikat der Kernaktionäre der Strabag bleibe "unverändert".

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Solange Rasperia als SDN qualifiziert war, hätten der Strabag mit einer Dividendenzahlung an Deripaska ebenfalls US-Sanktionen gedroht.

Da die Rasperia nicht mehr als "blocked entity" angesehen werde, könnten nun "allfällige bisher noch nicht geltend gemachte Dividendenansprüche anderer Aktionärinnen und Aktionäre für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 von den Depotbanken erleichtert abgerufen werden".

Rasperia ist einer der drei großen Anteilseigner der Strabag. Von den 110 Millionen Aktien des Konzerns gehören 25,9 Prozent der russischen Gesellschaft - 27,5 Prozent sind in Händen der Aktionärsgruppe UNIQA/Raiffeisen und 26,4 Prozent befinden sich im Eigentum der Haselsteiner-Familie, heißt es auf der Konzern-Homepage. Weitere 13,5 Prozent seien per 1. Jänner 2020 im Streubesitz gewesen und 6,7 Prozent seien auf eigene Aktien entfallen. (apa/red)