Luftfahrtindustrie

Steirischer Zulieferer Ames gewinnt besonderen Auftrag von Airbus

Der steirische Luftfahrtzulieferer Ames liefert 200 Trennwände aus besonderem Glass für die Baureihe A320 von Airbus. Im zehnten Jahr seines Bestehens ist es für den Hersteller einer der größten Aufträge der Firmengeschichte.

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Der steirische Flugzeugzulieferer Ames hat einen großen Auftrag in Südamerika an Land gezogen: Das Unternehmen liefert im zehnten Jahr seines Bestehens insgesamt rund 200 Trennwände mit "Smart Glass", die klassische Vorhänge ersetzen. Die ersten 100 sind bereits in Airbus A320-Modellen verbaut, hieß es bei einem Termin zusammen mit Wirtschaftskammer und ACstyria.

Für Ames sei der Auftrag in Südamerika ein "Meilenstein" und einer der größten in der Unternehmensgeschichte. Das Besondere an den "Hightech-Trennwänden" wurde von Gründer Walter Starzacher beschrieben: "Beim Start und im Landeanflug wird der Sichtschutz innerhalb der Flugkabine elektrisch ausgeschaltet, um aus Sicherheitsgründen einen Überblick über sämtliche Passagiere gewährleisten zu können." Erst im März hatte das Unternehmen das Innenraum-Produkt, es handle sich um ihre 100. Innovation, auf der Hamburger Fachmesse für Flugzeuginterieur vorgestellt. Allein die Kosten für die Zulassung beliefen sich auf eine halbe Million Euro.

Ames: Ein "Sonderstatus" in der Branche

Es sei ein "Sonderstatus" über den Wolken, den sich Ames erarbeitet habe: "Weltweit gibt es kein vergleichbares Unternehmen, was die hohe Anzahl an Zertifizierungen in dieser Unternehmensgröße angeht", so Starzacher. Nahezu jede große Airline oder Leasinggesellschaft mache sich dieses Know-how zunutze.

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Für den Mobilitätscluster ACstyria ist Ames ebenfalls wichtig: "Insbesondere im Bereich Zulassung und Kabineninterieur ist das Unternehmen ein wichtiger strategischer Partner unsere Betriebe", erklärte Cluster-Geschäftsführerin Christa Zengerer.

Starzacher blickte zum Zehn-Jahres-Jubiläum auf die Anfänge zurück: "Wir konnten in keine Schublade eingeordnet werden. Die entsprechenden Formulare und bürokratischen Vorgänge konnten nicht auf unseren Unternehmensgegenstand umgelegt werden. Bis zur Gründung von Ames gab es das hierzulande nicht." Der Unternehmensgegenstand sei mittlerweile - dank der Vorreiterrolle des in Peggau beheimateten Flugzeugzulieferers - geläufig: das Umrüsten von Flugzeugkabinen, der sogenannte Retrofitmarkt.

Retrofit: Ein MIlliardenmarkt

Ames tauscht Stauschränke, Teppiche, In-Flight-Entertainment-Systeme und vieles mehr - und es sei ein stark wachsendes Geschäft: Zuletzt wies laut Ames der Retrofitmarkt ein Volumen von 16,8 Mrd. Euro aus, bei einer Steigung von mehr als 8,1 Prozent. Bei Ames habe man diese Entwicklung bereits 2004 prognostiziert: Zunächst als Entwicklungsbetrieb in der Luftfahrtindustrie, zwei Jahre später auch als eine der ersten europäischen Luftfahrt-Zertifizierungsstellen.

Seit zehn Jahren produziert man am Firmenstandort in Peggau (Bezirk Graz-Umgebung) auch von der Europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA zertifizierte Kabinenbauteile. "Konkret können wir durch unsere EASA-Zulassungen den gesamten Lebenszyklus von Innenraum-Komponenten für alle Luftfahrzeugtypen abdecken - von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur finalen Zulassung inklusive Instandhaltungsmanagement. Das macht uns zu einem One-Stop-Shop", erklärte Starzacher.

Jeder Arbeitsplatz von Ames führe übrigens zu vier weiteren in der Region. Allein der aktuelle Auftrag habe "zu 90 Prozent steirische Wertschöpfung", betonte Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk. Peggaus Bürgermeister Hannes Tieber unterstrich: "Direkt gegenüber dem mit regionalen Partnern erbauten Hauptquartier des Unternehmens sind beispielsweise neue Arbeitsplätze in einer Schneiderei und in einer speziellen Luftfahrt-Druckerei entstanden. Diese produzieren für Ames unterschiedliche Vorhänge sowie spezielle Klebefolien für die Flugzeugkabine aber auch für die Luftfahrzeug-Außenhaut." (apa/red)