Metallbau

Steirische Metallbaufirma Brandstätter stellt Konkursantrag

Wegen massiven Preisdrucks bei Mitbewerbern, die im Ausland fertigen lassen, schlittert das Familienunternehmen Brandstätter aus Frohnleiten in bedrohliche Schieflage. Der Metallbaubetrieb hat angekündigt, ein Konkursverfahren beantragen zu wollen. 61 Dienstnehmer sind betroffen.

Metallindustrie Brandstätter Standort Steiermark Insolvenzen

Die steirische Metallbaufirma Brandstätter aus Frohnleiten teilt mit, beim Zivillandesgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens einbringen zu wollen.

Die Überschuldung beträgt laut eigenen Angaben rund 2,6 Mio. Euro. 61 Dienstnehmer wurden bereits bei einer Betriebsversammlung darüber informiert.

Familienunternehmen in vierter Generation

Die Ludwig Brandstätter Betriebsgesellschaft wurde 1902 gegründet und wird derzeit in vierter Generation als Familienunternehmen geführt. Sie belieferte Firmen mit Metallen für den Portal-, Stahl-und Fassadenbau, wobei die hierfür erforderliche Planung, Fertigung und Montage im Wesentlichen ohne Fremdleistungen mit den eigenen Dienstnehmern durchgeführt wurde.

Während im Jahresabschluss 2015 noch ein Gewinnvortrag aus den Vorjahren von rund 3,7 Mio. Euro ausgewiesen ist, wurden in den Jahren danach Verluste eingefahren, schilderte das Unternehmen. Verschiedenste Restrukturierungs- und Reorganisationsmaßnahmen hatten nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

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Konkurrenz lässt billig im Ausland fertigen

Ausschlaggebend für die Verluste seien die niedrigen Anbotspreise der Mitbewerber, die weitestgehend im Ausland produzieren und fertigen lassen würden. Die Brandstätter GmbH habe dagegen ausschließlich mit heimischem Personal gearbeitet.

Laut Rechtsanwalt Norbert Scherbaum sei davon auszugehen, dass das Unternehmen aufgrund der Auftragslage ab Juni 2018 nicht mehr ohne Verluste fortgeführt werden kann. Der Insolvenzantrag werde gestellt, obwohl derzeit noch keine Zahlungsunfähigkeit vorliege. (apa/red)