Baustoffindustrie

Steinbacher Dämmstoffe beim Umsatz erstmals über 100 Millionen Euro

Das Tiroler Familienunternehmen Steinbacher durchbricht beim Umsatz erstmals die Marke von 100 Millionen Euro. Die Exportquote beträgt 47 Prozent.

Baustoffindustrie Steinbacher Standort Tirol Ergebnisse Roland Hebbel

Das Familienunternehmen Steinbacher Dämmstoffe mit Sitz in Erpfendorf im Tiroler Unterland hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals seinen Umsatz auf über 100 Mio. Euro gesteigert. Konkret setzte der Dämmstoffproduzent im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 knapp 104 Millionen Euro um. Im vergangenen Geschäftsjahr seien es 81 Millionen Euro gewesen, so Geschäftsführer Roland Hebbel.

Strategische Übernahme in Deutschland

Dafür verantwortlich sei unter anderem die strategische Übernahme der Gefinex GmbH in Brandenburg, so Hebbel. Neben dem guten Namen, den der Hersteller von Lösungen im Bereich Schall- und Feuchtschutz in Deutschland mitbringe, sei es auch in logistischer Hinsicht ein "strategisch guter Platz" gewesen.

Gehe es doch in der Branche darum, möglichst kurze Lieferzeiten gewährleisten zu können. "Zudem transportieren wir zu 98 Prozent Luft", meinte der Geschäftsführer im Hinblick auf den Dämmschutz. Daher sei es in der " logistischen Betrachtung" wichtig, "am richtigen Platz zu sitzen". Darüber hinaus habe die Akquisition im Bereich Hochbau, einem der beiden Hauptgeschäftsfelder, auch in gewisser Hinsicht als "Türöffner" für neue Märkte fungiert.

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Eine Exportquote von 47 Prozent

Im zweiten Geschäftsbereich, der Haustechnik, stehe Steinbacher auch außerhalb Österreichs traditionell "stark da". Darunter fallen Isolierungen für Fußbodenheizungen sowie Sanitär - und Heizungstechnik. Die Exportquote des Familienunternehmens betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 47 Prozent. Die größten drei ausländischen Märkte sind Deutschland, Schweiz und Italien.

Der heimische Markt sei nach einer "Phase der Stagnation" von 2013 bis 2016 wieder im Aufwind. Generell sei das Bausegment in seiner Reaktion "schwerfällig". "So wie es drei Jahre gedauert hat, bis die Finanzkrise von 2008 tatsächlich auch im Bau angekommen ist, so lange dauert es bis die gegensteuernden Maßnahmen wirken", erklärte Hebbel.

Digitalisierung und fehlende Menschen am Bau

Gegenwärtig sei die Branche damit konfrontiert, den aufgebauten "Investitionsstau" abzuarbeiten. Die "größte Herausforderung" in diesem Zusammenhang sei das "Humanressourcenproblem", so Hebbel: "Es gibt derzeit zu wenige Arbeitskräfte am Bau". Auch im Bereich der Digitalisierung gebe es Aufholbedarf. Daher werde das Wachstum in den kommenden Jahren auch nicht "exorbitant" in die Höhe gehen, schätzte Hebbel, sondern sich in einer "Größenordnung von drei Prozent" einpendeln.

Konsolidierung nach Überkapazitäten in der Branche

Vor einigen Jahren hieß es noch, dass die Dämmstoffbranche "zum Wachsen verurteilt" sei. Aber auch hier würden die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Jedenfalls habe sich die Branche nach den geschaffenen Überkapazitäten und dem damit verbundenen Preisverfall konsolidiert. Dieser Prozess sei in den vergangenen Jahren erfolgt.

Über das kommende Geschäftsjahr wollte Hebbel kein Urteil abgeben. Denn die Auftragslage sei generell von Kurzfristigkeit geprägt: "Wenn heute eine Bestellung eingeht, sollte die Lieferung morgen das Lager verlassen". Zudem sei sie auch von anderen Faktoren wie Wetter oder etwa in Tirol vom Tourismus beeinflusst. Die Stimmung sei aber insgesamt "positiv" und die Baubranche freue sich über eine "sehr gute Auslastung".

Eckdaten zum Unternehmen

Steinbacher Dämmstoffe verfügt nach eigenen Angaben über 480 Mitarbeiter an den drei Standorten in Erpfendorf, Deutschland und Polen. Der heimische Standort bleibe auch in der Produktion der größte.

Im abgelaufenen Jahr habe man insgesamt 4,6 Mio. Euro in die Produktionsstätten investiert, wobei der Löwenanteil davon für den Bau des neuen Steinbacher-Dienstleistungszentrums und für die Infrastruktur am Hauptstandort in Erpfendorf aufgewendet worden sei. (apa/red)