Steiermark und ÖBB fixieren Verkehrsdienstevertrag für zehn Jahre

Die ÖBB und die Steiermark haben für die kommenden zehn Jahre den Verkehrsdienstevertrag abgeschlossen. Zu dem Volumen von rund 900 Mio. Euro steuert das Bundesland ein Drittel bei.

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Die ÖBB und die Steiermark haben für die kommenden zehn Jahre den Verkehrsdienstevertrag (VdV) abgeschlossen, der den Personennah- und Fernverkehr auf den weißgrünen Bundesbahnstrecken sichert. Das Volumen beträgt 900 Mio. Euro, wie Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ) und ÖBB-Vorstandschef Andreas Matthä in Graz in einer Pressekonferenz bekanntgaben.

"Wer sich täglich die Nachrichten anhört, dem ist klar, die Straße kann nicht mehr aufnehmen. Die Schiene ist das Verkehrsmittel der Zukunft, immer mehr Menschen nutzen sie beruflich und in der Freizeit", sagte Minister Hofer bei der Präsentation des VdV. Dessen Basis ist der seit 9. Dezember in Kraft getretene Kooperationsvertrag zwischen Bund und Land. Laut Hofer werde es deutliche Qualitätsverbesserungen auch durch neue Züge geben, die auch barrierefrei sein sollen. Die Abwicklung des VdV erfolgt über die Schieneninfrastrukturgesellschaft (Schig), die Planung liegt beim Land.

Verkehrslandesrat Lang sagte, es seien neun Verhandlungsrunden zwischen dem Land, ÖBB-Personenverkehr, Schig und dem Verkehrsverbund Steiermark gewesen. Der Vertrag garantiere den hochrangigen Fernverkehr und die Neuausrichtung der inneralpinen Routen. "Bis auf die Thermenbahn hängen ja alle Verkehrsströme an Koralmbahn (KAB) und Semmeringbasistunnel (SBT)", sagte Lang. Von den rund 900 Mio. Euro seien ein Drittel Landes- und Verkehrsverbundmittel: "Das ist sehr, sehr gut angelegtes Geld, denn es heißt ja auch, dass die Bahnhöfe attraktiver werden", meinte Lang. Landesbaudirektor Andreas Tropper sagte, er sei sehr froh über den Zehnjahresvertrag: "Die Alternative wäre eine Ausschreibung gewesen, das wollte sich keiner vorstellen."

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ÖBB-Chef Matthä gab sich überzeugt, dass der Vertrag "den Personenverkehr weiter nach vorne bringt. Es waren harte und faire Verhandlungen. Und ein zehnjähriger Vertrag ist auch ein klarer Auftrag, noch besser zu werden", sagte Matthä. Es gelte, Barrieren und Hürden, um mit der Bahn zu fahren, immer weiter abzusenken. Die bisherigen Anstrengungen hätten sich bezahlt gemacht, denn seit der Einführung des S-Bahnsystems habe man rund 54 Prozent Fahrgastzuwachs registriert, und man gehe von einer weiteren Steigerung aus. "Und mit SBT und KAB ist das dann sowieso eine ganz andere Liga", sagte der Vorstandsvorsitzende. Man wolle eine lückenlose Mobilitätskette von Bus und Bahn bzw. Rail & Drive anbieten, im letzteren Fall auch "für die letzten fünf bis zehn Kilometer vom Bahnhof und zurück".

An Verbesserungen 2019 werde es u.a. 17 Mal täglich eine Verbindung Graz-Wien geben, neu dabei ist auch die Abendverbindung um 21.26 Uhr mit Ankunft knapp nach Mitternacht in Wien. Sechsmal gibt es künftig täglich eine Railjet-Verbindung Graz-Flughafen Schwechat. Auf der Ostbahn wird das Angebot der S31 von Weiz nach Gleisdorf erweitert. Die Bahnhöfe Kapfenberg und Fehring sind in Bau und werden 2020 fertig. (apa/red)

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