Maschinenbau

Starkes Wachstum der Maschinenexporte

Deutschland hat in der Krise seinen Titel als Exportweltmeister an China abgeben müssen. Wie sich die Lage derzeit erholt und warum vor allem Maschinenexporte boomen.

Maschinenbau Exporte Deutschland China

Die Exporterwartungen der Industrie stiegen im Juni auf den höchsten Wert seit Jänner 2011, so das Münchner Ifo-Institut. "Die Exportwirtschaft profitiert unter anderem von den weltweiten Nachholeffekten der Coronakrise", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Fast alle Branchen rechneten mit steigenden Exporten.

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Die weltweite Konjunkturerholung schiebt das Exportgeschäft der deutschen Maschinenbauer kräftig an. Im ersten Halbjahr 2021 lagen die Ausfuhren um 11,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Gegenüber dem Höhepunkt der Coronakrise im zweiten Quartal 2020 stiegen die Ausfuhren im Zeitraum April bis Juni 2021 sogar um 23,5 Prozent auf 44,5 Mrd. Euro, wie der Maschinenbauverband VDMA mit Blick auf jüngste Zahlen des Statistischen Bundesamts berichtete.

"Das kräftige Comeback der Maschinenexporte in nahezu alle Regionen der Welt ist sehr erfreulich", sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der weitere Aufschwung der Branche aufgrund von Materialmangel deutlich erschwert werde. Problematisch sei vor allem die Versorgung mit Vorprodukten aus der Elektronik- und Stahlindustrie. Hinzu kämen Logistikengpässe wegen zeitweiser Teilschließungen von Häfen in China nach einzelnen Coronafällen bei Hafenmitarbeitern. Das sorge für erhöhte Lieferzeiten und einen Anstieg der Frachtkosten. "Die Frachtraten zwischen China und Europa haben sich im bisherigen Jahresverlauf ohnehin schon mehr als versechsfacht", sagte Wortmann.

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Die deutsche Regierung verlängert ihre Coronahilfen für die heimischen Exporteure bis Jahresende. "Auch wenn sich die wirtschaftliche Situation in den vergangenen Monaten deutlich verbessert hat, stellt die Coronapandemie die Exportwirtschaft weiter vor Herausforderungen", begründete das deutsche Wirtschaftsministerium die Entscheidung. "Unternehmen spüren die Belastungen zum Teil zeitverzögert erst jetzt."

Das Fünf-Punkte-Programm sieht beispielsweise bessere Finanzierungsmöglichkeiten für neue Exportgeschäfte und günstigere Absicherungen für Exportkreditgarantien vor. Es war im Juli 2020 beschlossen worden und sollte eigentlich in im Juni 2021 enden. (apa/red)