Außenhandel

Starke Rückgänge bei Österreichs Exporteuren - außer in Wien

Im ersten Halbjahr 2020 sind nur in Wien die Exporte unter dem Strich nicht gesunken. Alle anderen Bundesländer melden deutliche Rückgänge. Die gesamten Exporte Österreichs gingen um zwölf Prozent und die Importe um 13 Prozent zurück. Export-Champion bleibt Oberösterreich.

Die Coronakrise hat die Exporte in allen Bundesländern mit Ausnahme Wiens einbrechen lassen. Besonders hoch war das Minus im ersten Halbjahr 2020 in den exportstarken Bundesländern. Oberösterreich blieb trotz des Rückgangs Exportbundesland Nummer eins. Österreichs Ausfuhren beliefen sich auf insgesamt 68,51 Mrd. Euro. Über ein Viertel - 17,2 Mrd. Euro - entfiel auf OÖ. Mit Abstand folgten die Steiermark und Wien mit je 10 Mrd. Euro, teilte die Statistik Austria mit.

Pharmabranche trotzt dem Trend

"Fast alle österreichischen Bundesländer mussten aufgrund der COVID-19-Pandemie in der ersten Jahreshälfte 2020 kräftige Rückgänge im Außenhandel hinnehmen. Besonders deutlich brachen die Exporte in der Steiermark mit -21,9 Prozent, in Niederösterreich mit -14,5 Prozent und in Oberösterreich mit -13,9 Prozent ein, wo der Außenhandel stark von Fahrzeug- und Maschinenbau geprägt ist. Lediglich Wien konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit +0,5 Prozent ein leichtes Exportplus verbuchen, dort machten pharmazeutische Erzeugnisse den größten Anteil der Exporte aus", sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Bundesebene: Exporte um 12 Prozent, Importe um 13 Prozent gesunken

Im 1. Halbjahr 2020 gab es im gesamtösterreichischen Außenhandel Rückgänge in Höhe von -11,7 Prozent beim Export, sowie -12,6 Prozent beim Import. Beim Import wies Tirol als einziges Bundesland einen Zuwachs aus, dieser stieg um 4,7 Prozent. Wie im 1. Halbjahr 2019 verbuchten auch im 1. Halbjahr 2020 fünf Bundesländer einen Handelsbilanzüberschuss; das heißt, es wurden mehr Waren von diesen Bundesländern exportiert als importiert. Das höchste Aktivum (Handelsbilanzüberschuss) entfiel dabei auf Oberösterreich mit 4,02 Mrd. Euro, gefolgt von der Steiermark mit 2,18 Mrd. Euro und Vorarlberg mit 1,17 Mrd. Euro. Das deutlichste Passivum verzeichnete Wien mit 6,57 Mrd. Euro.

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Deutschland bleibt für alle Bundesländer wichtigster Handelspartner

Auch die COVID-19-Pandemie hat nichts an der Wichtigkeit von Deutschland für den Außenhandel der österreichischen Bundesländer geändert. Wie in der Vorjahresperiode war Deutschland auch in der ersten Jahreshälfte 2020 für alle österreichischen Bundesländer sowohl bei den Ein- als auch bei den Ausfuhren der wertmäßig bedeutendste Handelspartner. Bei den Importen spielt China in fast allen Bundesländern eine immer wichtigere Rolle und gehört mit Ausnahme Tirols zu den drei wichtigsten Handelspartnern. (apa/red)