Stahlindustrie

Stahlsparte von Thyssenkrupp profitiert von steigenden Stahlpreisen

Industriekonzern Thyssenkrupp meldet einen deutlichen Gewinnanstieg. Auch wenn der Löwenanteil davon von der Aufzugsparte kommt, verzeichnet ausgerechnet die Stahlsparte einen starken Anstieg. Sie soll in Kürze abgespalten werden.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat zum Jahresauftakt dank besserer Stahlgeschäfte mehr verdient. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) nahm im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Dezember) um gut ein Drittel auf 444 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen kürzlich in Essen mitteilte. Unter dem Strich blieben 78 Millionen Euro stehen, nach 8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Ertragsperle Aufzugsparte

Den Löwenanteil zum Gewinn trug indes die Aufzugsparte bei, die ihr Ergebnis um 3 Prozent auf 220 Millionen Euro steigerte.

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Der Anlagenbau hingegen verzeichnete einen Ergebnisrückgang von 42 Millionen auf 12 Millionen Euro. Hier erwartet Thyssenkrupp noch im laufenden Jahr dank eines Sparprogramms eine "spürbare" Ergebnisverbesserung. Dabei wurde das Nettoergebnis durch die US-Steuerreform mit 87 Millionen Euro belastet.

Stahlpreise steigen

Zugleich ließ ausgerechnet die vor der Abspaltung stehende Stahlsparte bei dem deutschen Industrieriesen wieder einmal die Kassen klingeln: Der Bereich erhöhte das bereinigte operative Ergebnis deutlich von 28 Millionen auf 160 Millionen Euro.

Vorstandschef Heinrich Hiesinger meinte dazu, mit dem Umbau "auf einem guten Weg" zu sein. Hiesinger will den Umbau des Konzerns weg vom Stahl und hin zu den Technologiegeschäften weiter vorantreiben.

Die Stahlsparte soll bis Ende des Jahres in ein Joint Venture mit Tata geführt werden. Das Gemeinschaftsunternehmen mit rund 48.000 Beschäftigten und einem Pro-forma-Umsatz von rund 15 Mrd- Euro wäre der zweitgrößte Stahlkocher in Europa nach ArcelorMittal.

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Finanzfirma drängt auf weitere Verkäufe

Größte Ertragsperle bleibt das Aufzugsgeschäft. Die Sparte konnte ihren Gewinn um 3 Prozent auf 220 Millionen verbessern. Der schwedische Finanzinvestor Cevian, mit 18 Prozent zweitgrößter Einzelaktionär nach der Krupp-Stiftung, hatte jüngst erneut einen Verkauf ins Spiel gebracht, trifft damit aber beim Management bis jetzt auf taube Ohren.

Die seit längerer Zeit schwächelnde Sparte Industrial Solutions mit dem Großanlagenbau musste eine Gewinnrückgang auf zwölf Millionen Euro nach zuletzt 42 Millionen hinnehmen. (dpa/reuters/apa/red)

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