Stahlindustrie

Stahlproduktion in Deutschlands sinkt auf den tiefsten Stand seit 2009

Die Stahlkocher in Deutschland mit ihren Branchenführern Thyssenkrupp und Salzgitter haben im vergangenen Jahr so wenig produziert wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der Branchenverband verweist auf massive Überkapazitäten am Weltmarkt sowie Dumpingpreise aus Asien.

Die Stahlkocher in Deutschland mit ihren Branchenführern Thyssenkrupp und Salzgitter haben im vergangenen Jahr so wenig produziert wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Rohstahlproduktion sei 2019 um 6,5 Prozent auf 39,7 Millionen Tonnen geschrumpft, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Dienstag mitteilte.

Im Jahr 2009 waren 32,7 Millionen Tonnen erzeugt worden, danach hatte die Produktionsmenge stets mehr als 42 Millionen Tonnen betragen.

Die Stahlindustrie leidet nach Branchenangaben derzeit unter der schwachen Nachfrage wichtiger Kundengruppen wie der Automobilindustrie. Hinzu komme ein zu hohes Angebot an Stahl.

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"Nach wie vor existieren weltweit Überkapazitäten in einer Größenordnung von mehreren Hundert Millionen Tonnen", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Die US-Strafzölle gegen China sorgten für einen hohen Importdruck auf Deutschland. "Die EU-Kommission muss zwingend und unverzüglich für Maßnahmen sorgen, die den Stahlmarkt in Europa vor Schäden schützen", forderte Kerkhoff.

Hauptgrund für das Minus bei der Stahlherstellung sei die schwache Konjunktur in wichtigen Verwenderindustrien aus dem Verarbeitenden Gewerbe gewesen. (reuters/dpa/apa/red)

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