Stahlindustrie

Stahlkonzern Dillinger macht Gewinn trotz Branchenkrise

Der Markt für Grobblech ist stark umkämpft, die Stahlpreise insgesamt stark unter Druck - und doch schaffte die Dillinger Gruppe, einer der größten Stahlkonzerne Deutschlands, im Vorjahr einen operativen Gewinn.

Die Dillinger Gruppe hat im Vorjahr in einem konjunkturell schwierigen Umfeld und auf einem sehr stark umkämpften Grobblechmarkt ihre Produktions- und Absatzmengen gesteigert. Trotz Umsatzrückgang sei es auch gelungen, operative Gewinne zu erzielen, so Vorstandssprecher Fred Metzken bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Als Grund dafür nannte Metzken unter anderem günstige Einsatzrohstoffe und Einsparungen des Unternehmens. Das in Dillingen im westdeutschen Saarland ansässige Unternehmen betreibt das größte Grobblechwerk Europas.

Aggressiver Verdrängungswettbewerb, Überkapazitäten und Importanstieg

Der Markt für Grobblech blieb nach Angaben des Herstellers im Vorjahr stark umkämpft und war wie bereits im Jahr zuvor von großen strukturellen Problemen gekennzeichnet. Die unzureichende und weiter gesunkene Kapazitätsauslastung der Eurofer-Werke von unter 60 Prozent, massive Überkapazitäten und extrem gestiegene Importe in den EU-Markt waren die bestimmenden Faktoren im abgelaufenen Geschäftsjahr.

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Sie führten zu einem anhaltend aggressiven Verdrängungswettbewerb und einem enormen Erlös- und Margendruck, der sich im Jahresverlauf noch verschärfte und zu einem Umsatzrückgang bei der Dillinger Gruppe führte. Die rückläufigen Öl- und Gaspreise hatten zudem eine schwache Nachfrage auf dem Energiemarkt – Hauptabnehmermarkt für Produkte der Unternehmensgruppe – zur Folge. Der Bereich der Rohrbleche litt besonders unter dem schwachen Projektgeschäft auf dem Großrohrmarkt.

Europas Grobblechhersteller warten auf die Wirkung der Antidumping-Maßnahmen

Auf dem Grobblechmarkt ist weiterhin mit einer äußerst angespannten Lage zu rechnen. Es herrscht auch zu Beginn des Jahres 2016 ein aggressiver Verdrängungswettbewerb, niedrige Gas- und Ölpreise lähmen maßgeblich die Investitionen auf dem Energiemarkt, und die anhaltenden Überkapazitäten und hohen Importe drücken stark auf die Preise, die ein extrem niedriges Niveau erreicht haben.

Die europäischen Grobblechhersteller erwarten vor dem Hintergrund der Umsetzung von Anti-Dumping-Maßnahmen seitens der EU-Kommission in der zweiten Jahreshälfte 2016 eine gewisse Erholung auf dem aus den Fugen geratenen Grobblechmarkt.

Dillinger Gruppe trotzdem mit guter Auslastung

Die Dillinger Gruppe ist mit einer guten Auslastung in das Jahr gestartet und erwartet insgesamt Absatzmengen auf Vorjahresniveau. Im Bereich der Produktion wird das Jahr 2016 von der Neuzustellung des Hochofen 4 und dem entsprechenden Stillstand von Juli bis September geprägt.

Hoffen auf steigende Preise

Es bestehe die Hoffnung, meldet der Hersteller, dass sich das nicht auskömmliche Preisniveau in den kommenden Monaten etwas erholen wird, allerdings rechnet die Dillinger Gruppe mit insgesamt deutlich rückläufigen Umsatzerlösen und entsprechenden Auswirkungen auf die Ergebnisse.  

Die fünf größten Stahlkonzerne in Deutschland

Der größte Stahlhersteller in Deutschland ist Thyssenkrupp mit einer Jahresproduktion von zuletzt 12,4 Millionen Tonnen. Nummer zwei ist der Luxemburger Weltmarktführer ArcelorMittal mit einer Menge von 7,8 Millionen Tonnen in Deutschland. An dritter Position rangiert Salzgitter (6,8 Mio. Tonnen), gefolgt von den beiden saarländischen Stahlunternehmen Saarstahl (2,8 Mio. Tonnen) und Dillinger Hütte (2,4 Mio. Tonnen.)

(red)