Konjunktur

Stahlindustrie verliert an Strahlkraft - Aktien geben nach

Die Stahlindustrie mit Branchengrößen wie ArcelorMittal, Thyssenkrupp und Voestalpine muss sich auf eine zusehends gedämpfte Geschäftsentwicklung einstellen.

Die Voestalpine schreibt einen Verlust im Quartal, ArcelorMittal erwartet schwächeres Wachstum der Nachfrage,  Thyssenkrupp legt am 12. Februar Zahlen vor - und Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hat die Anleger bereits auf schwächere Quartalszahlen eingestimmt: Die Stahlindustrie muss sich auf eine zusehends gedämpfte Geschäftsentwicklung einstellen.

Autoindustrie lahmt.

Zu den Hauptkunden der Branche gehört die Automobilindustrie - in der es seit geraumer Zeit nicht mehr rund läuft. "Ebenfalls den Höhepunkt der Nachfrage überschritten hat die Konsumgüter- und Elektroindustrie", erklärte Voestalpine." Der schwächelnde Ölpreis führe bei Ausrüstern zu einer niedrigeren Nachfrage, die Konjunktur in China habe an Wachstumsdynamik eingebüßt und in Europa könne ein harter Brexit das gesamtwirtschaftliche Klima beeinflussen. Die Linzer fuhren von Oktober bis Ende Dezember einen Nettoverlust von rund 40 Millionen Euro ein. Grund hierfür waren auch höhere Anlaufkosten in einem Automotive-Werk in den USA. Zudem musste der Konzern Rückstellungen für eine drohende Kartellstrafe bilden.

Sinkende Gewinne.

Die Voestalpine-Aktie notierte zeitweise mehr als fünf Prozent im Minus. Thysssenkrupp-Papiere rutschten gut vier Prozent ab, ArcelorMittal-Aktien verbilligten sich um knapp vier Prozent, Salzgitter-Titel verloren ein Prozent. Die Niedersachsen mussten schon in dieser Woche büßen, als sie für das laufende Geschäftsjahr einen deutlich sinkenden Vorsteuergewinn in Aussicht gestellt hatten. Am kommenden Dienstag folgt Thyssenkrupp. Vorstandschef Guido Kerkhoff hatte auf der Hauptversammlung die Anleger schon vorgewarnt. Das erste Quartal des Geschäftsjahres sei traditionell immer das schwächste für Thyssenkrupp. "Wir liegen aber voll im Rahmen unserer Guidance, aber damit auch unter den Werten des Vorjahres."

White Paper zum Thema

Branchenprimus ArcelorMittal übte sich in Optimismus. "Obwohl das Problem der globalen Überkapazität weiterhin besteht und die makroökonomischen Risiken gut bekannt sind, gehen wir von weiterem, moderaten Wachstum der weltweiten Stahlnachfrage in diesem Jahr aus." Der Konzern rechnet mit einem Wachstum der Nachfrage von 0,5 bis 1,0 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch 2,8 Prozent gewesen. Für 2018 präsentiere der Konzern einen Nettogewinn von 5,1 Milliarden Dollar - ein Plus von knapp 13 Prozent und der höchste Wert seit 2006. Im vierten Quartal schrumpfte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) allerdings um neun Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar (1,67 Mrd. Euro).

Verwandte tecfindr-Einträge