Bahnindustrie

Stadler Rail: Coronavollbremsung scheint überwunden

Nach einem turbulenten Jahr und einem Konzernchef, der das Unternehmen im Streit verlassen hat, scheint sich der Schweizer Bahnhersteller zu erholen.

Bahnindustrie Stadler Rail Umsatzsteigerung

Der Schweizer Zugbauer Stadler Rail gibt nach der Coronavollbremsung im vergangenen Jahr wieder Gas: Im ersten Halbjahr steigerte der Konzern den Umsatz um 52 Prozent auf 1,42 Milliarden Franken (1,3 Mrd. Euro).

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Der Betriebsgewinn EBIT erreichte 48,9 Mio. Franken, nachdem er im Vorjahr wegen der Pandemie auf 5,0 Mio. Franken zusammengeschmolzen war, wie Stadler Rail am Mittwoch in einer Aussendung bekannt gab. Unter dem Strich fuhr das Unternehmen einen Reingewinn von 26,3 Mio. Franken ein. Vor einem Jahr waren lediglich 15,7 Mio. Franken in der Kassa geblieben.

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Damit hat Stadler Rail die Erwartungen der Analysten beim Umsatz übertroffen, bei den Gewinnzahlen leicht verfehlt. "Belastet wurde der Reingewinn insbesondere durch Wechselkurseffekte im Finanzergebnis, während vorteilhafte Steuereffekte das Ergebnis gestützt haben", hieß es in der Aussendung.

Lieferkettenprobleme weiterhin spürbar

Die Auswirkungen der Coronakrise auf die Lieferketten, die Zulassungs- und Auslieferungsprozesse sowie das Servicegeschäft seien weiterhin spürbar, erklärte das Unternehmen im Halbjahresbericht: "Dennoch ist es Stadler gelungen, an die Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2020 anzuknüpfen und pandemiebedingte Verzögerungen bei den Abnahmen neuer Fahrzeuge weiter aufzuholen. Zudem konnte das Servicegeschäft weiter vorangetrieben werden."

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Beim Rollmaterial kletterte der Umsatz um 57 Prozent auf 1,24 Mrd. Franken. Auch das Segment Service & Components habe den Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt, hieß es. Der Umsatz legte zweistellig um 23 Prozent auf 179,6 Mio. Franken zu.

Stadler erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine starke Erhöhung des Umsatzes und der Profitabilität gegenüber dem ersten Halbjahr 2021. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt das Unternehmen unter der Annahme einer weiteren Normalisierung der Coronalage sowie stabiler Wechselkurse.

So rechnet Stadler im laufenden Geschäftsjahr weiterhin mit einer EBIT-Marge von über 6 Prozent, nachdem diese im ersten Halbjahr 3,5 Prozent erreicht hatte. Der Umsatz soll auf 3,5 und 3,8 Mrd. Franken klettern und der Bestellungseingang sich auf rund 4 bis 5 Mrd. Franken belaufen. Zur Bereitstellung der benötigten Kapazitäten rechnet Stadler 2021 mit Investitionen von circa 200 Mio. Franken.

Stadler verfolgt weiterhin eine Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von circa 60 Prozent des Nettoergebnisses sowie mittelfristige Finanzziele einer EBIT-Marge von 8 bis 9 Prozent ab dem Jahr 2023. (apa/red)

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