Bahnindustrie

Stadler Rail berichtet über Lieferschwierigkeiten bei Siemens

Der Schweizer Zugbauer Stadler Rail wartet länger als geplant auf die Lieferung der Sicherungssysteme für Schnellzüge - Hersteller Siemens hat offenbar Lieferschwierigkeiten. Außerdem hat es Stadler mit einem Börsengang nicht eilig.

Der Eigentümer des Schweizer Zugbauers Stadler dämpft die Erwartungen auf einen raschen Börsengang des Unternehmens. "Wir haben nicht im Sinn, morgen an die Börse zu gehen", sagte Firmenchef Peter Spuhler der "Handelszeitung". "Ich kann heute nicht sagen, ob es 2019 zum IPO oder ob es überhaupt zum Börsengang kommt. Das ist noch immer offen."

Lieferengpässe wegen Siemens

Gleichzeitig hat der Schweizer Schienenfahrzeugbauer derzeit mit Lieferengpässen zu kämpfen. Schuld daran ist laut einer Mitteilung von Stadler vom Mittwoch der Industriekonzern Siemens. Dieser habe Probleme, die Zugsicherungssysteme für die Gotthard-Hochgeschwindigkeitszüge rechtzeitig zu liefern. Die termingerechte Inbetriebnahme der Züge sei indes nicht gefährdet.

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Die im Oktober 2014 von der SBB bei Stadler bestellten 29 Hochgeschwindigkeits-Triebzüge sind für die Strecke zwischen Frankfurt und Mailand vorgesehen.

Nun habe der Stadler-Zulieferer Siemens als Lieferant des Zugsicherungssystems der sogenannten Giruno-Züge Verzug angemeldet, wie Stadler mitteilte. Der Giruno soll neben der Schweiz auch in Deutschland, Österreich und Italien zugelassen werden, um einen grenzüberquerenden Betrieb zu ermöglichen.

Diese Zulassung dürfte sich nun aufgrund der Lieferproblematik verzögern. Entsprechende Gegenmaßnahmen seien eingeleitet worden, so dass die Verspätung keinen Einfluss auf die Inbetriebsetzung der Züge in der Schweiz und in Italien habe. Diese ist per Ende 2019 geplant. Einzig die Zulassung des Giruno für den grenzüberschreitenden Verkehr mit Deutschland und Österreich werde sich verzögern, hieß es weiter.

Börsengang muss nicht morgen passieren

Was einen Börsengang angeht, so gebe es keinen festen Plan für einen solchen Schritt, sagte Spuhler, der selbst die Firma kontrolliert. Allerdings habe das Unternehmen geprüft, ob es bereit für einen Börsengang wäre und wo es noch Handlungsbedarf gebe.

"Wenn es zu einem IPO kommt, dann wird es eine Einheitsaktie geben und ich würde nur noch einen Anteil von unter 50 Prozent halten", sagte Spuhler. Neben einem Börsengang sei auch eine Fusion mit einem strategischen Partner oder der alleinige Weiterbestand des Unternehmens möglich. Stadler Rail gilt seit längerem als ein möglicher Kandidat für einen Börsengang in der Schweiz. (reuters/sda/apa/red)

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