Antriebstechnik

Stabile Aussichten bei Doppelmayr

Nach mehreren Großprojekten in Russland und Südamerika erwartet der Weltmarktführer bei Seilbahnen für das laufende Jahr ein leichtes Plus. Mehrere Großaufträge sind bereits im Bau - etwa in Bolivien und in Vietnam.

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Das Wachstum von Doppelmayr kommt aus Übersee und den Regionen "rechts von Moskau" - doch die wichtigsten Märkte der Vorarlberger bleiben die Wintersportgebiete in Österreich und Deutschland.

Der Weltmarktführer im Seilbahnbau, die Vorarlberger Doppelmayr Holding AG, hat das Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende März) mit einem Umsatzrückgang von rund 7,5 Prozent auf 794,5 (Vorjahr 858,3) Mio. Euro abgeschlossen. Gesunken ist auch das Betriebsergebnis (minus 24,6 Prozent auf 63,6 Mio. Euro) und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 35,2 Prozent auf 58,2 Mio. Euro.

Den Umsatzrückgang bezeichneten Vorstandsvorsitzender Michael Doppelmayr und Finanzvorstand Hanno Ulmer bei der Bilanz-Pressekonferenz am Firmensitz in Wolfurt als "abrechnungsbedingt".

Rekordumsätze verzerren aktuelle Bilanz  

Im Geschäftsjahr 2013/14 seien sehr große Projekte, etwa im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen im russischen Sotschi, in die Bilanz eingeflossen und hätten für einen Rekordumsatz gesorgt. Zudem seien weitere Projekte zum Bilanzstichtag noch nicht fertiggestellt gewesen und würden deshalb erst im laufenden Geschäftsjahr zu Buche schlagen, erklärte Ulmer. Dementsprechend hoch seien 2014/15 deshalb auch die Vorräte (259,8 Mio. Euro) und die Forderungen (293,9 Mio. Euro).

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2015/16 erwarten die beiden Doppelmayr-Vorstände, "sollte nichts Unvorhergesehenes passieren", eine leichte Steigerung des Umsatzes und des Ergebnisses. In Wolfurt wurde mit dem Bau des neuen Verwaltungsgebäudes ( 50 Mio. Euro) begonnen, das im Dezember 2016 bezugsfertig sein soll. Doppelmayr beschäftigt weltweit 2.546 Mitarbeiter, etwas mehr als die Hälfte (1.326) in Österreich.

Österreich und Deutschland am wichtigsten

Der Wintertourismus bleibt mit einem Umsatzanteil von 70 Prozent der wichtigste Markt für das Unternehmen. Auf den Städteverkehr, der überwiegend in Lateinamerika bedeutend sei, fallen weitere 20 Prozent, auf Tourismusbahnen 15 Prozent der Erlöse, teilte Ulmer mit.

Aufgeteilt nach Ländern ist Österreich (gemeinsam mit Deutschland) mit einem Umsatzanteil von 17,6 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr nach wie vor der wichtigste Einzelmarkt für Doppelmayr. Die Schweiz, Frankreich und Italien machten 2014/15 zusammen 18,5 Prozent des Umsatzes aus, die USA und Kanada 25,7 Prozent, Russland mit den GUS- sowie die CEE-Staaten 5,6 Prozent, Lateinamerika 17,3 Prozent und der Rest der Welt 15,3 Prozent.

Wachstumsregionen: "Alles rechts von Moskau"

Als Wachstumsmärkte bezeichnete Doppelmayr "alles rechts von Moskau bis zur japanischen Grenze". Das Wintergeschäft werde weiterhin bedeutend bleiben, "unser Wachstum wird aber eher aus den neuen Märkten kommen", ergänzte Ulmer.

Von aktuellen Projekten verwies Doppelmayr u.a. auf einen Folgeauftrag für das weltweit größte urbane Seilbahnnetz in La Paz in Bolivien und die mit 7,9 Kilometern weltweit längste 3S-Bahn (Dreiseilbahn) auf Vietnams höchstem Berg Fansipan.

Aktuelle Bilanzzahlen

In dem soebenen abgelaufenen Geschäftsjahr ist das Betriebsergebnis in der Abrechnungsperiode von 84,3 Mio Euro auf 63,6 Mio. Euro gesunken. Dies sei ebenso der Vielzahl angefangener Arbeiten zuzuschreiben, für die keine Margen erzielt werden dürften, so der Finanzvorstand. Das Eigenkapital des Seilbahnbauers legte im vergangenen Geschäftsjahr um zehn Prozent auf 845,8 (Vorjahr 768,6) Mio. Euro zu.

In Relation zur hohen Bilanzsumme (1,53 Mrd. Euro, plus 26,1 Prozent) sei der Eigenkapitalanteil allerdings von 63 auf 55 Prozent zurückgegangen, ein Umstand, der auf Währungseffekte bei der Bilanzierung zurückzuführen sei, betonte Ulmer. Investiert wurden 2014/15 38,9 Mio. Euro, um 23,4 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. (apa/red)

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