Beleuchtungsindustrie

Spekulationen um Übernahme von Osram durch Finanzfirma

Die Finanzfirma Bain Capital zeigt Medienberichten zufolge Interesse am deutschen Lichtmittelkonzern Osram. Dazu passt, dass sich Konzernchef Olaf Berlien schon länger einen Ankeraktionär wünscht. Ob die Finanzfirma allerdings der richtige Partner wäre, bleibt abzuwarten.

Spekulationen über eine mögliche Übernahme von Osram durch Finanzinvestoren haben die Aktie des deutschen Lichttechnik-Konzerns kräftig nach oben getrieben. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen, die Beteiligungsgesellschaft Bain Capital prüfe ein Angebot für die ehemalige Konzerntochter von Siemens.

Auch andere Private-Equity-Gesellschaften hätten ein Auge auf Osram geworfen. Die Analysten von Credit Suisse verwiesen auf Äußerungen von Vorstandschef Olaf Berlien, der sich im September einen Ankeraktionär gewünscht hatte, "einen also, der uns länger begleitet".

Übernahme durch Heuschrecke "wäre natürlich etwas ganz anderes"

"Eine Übernahme durch Private Equity wäre zwar natürlich etwas ganz anderes, aber wir wären nicht überrascht, wenn wir erfahren würden, dass Osram auf potenzielle große Investoren zugegangen wäre", hieß es in der Studie. Die ehemalige Mutter Siemens hatte sich im vergangenen Jahr endgültig zurückgezogen und ihren restlichen Anteil von 17 Prozent verkauft.

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Die zuletzt gebeutelte Osram-Aktie schoss nach Bekanntgabe der Nachricht um bis zu 20 Prozent auf 40,40 Euro nach oben. Das sind gut zehn Euro mehr als der Tiefstkurs der Aktie, aber nur die Hälfte des Zwölf-Monats-Hochs von 79,58 Euro, das das Papier Anfang des Jahres erreicht hatte. Insgesamt ist das Unternehmen damit an der Börse 3,9 Mrd. Euro wert.

Osram wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Vor zwei Jahren hatte das Münchner Unternehmen das Interesse von zwei chinesischen Bietern auf sich gezogen: Sanan Optoelectronics und Go Scale. Beide zogen sich aber zurück, nachdem unter anderem der Betriebsrat Widerstand angekündigt hatte.

Unter dem Druck asiatischer Hersteller: Weitreichender Umbau bei Osram

In diesem Jahr hat Osram zwei Gewinnwarnungen hinter sich und befindet sich weiter im Umbau. Der operative Gewinn (Ebitda) schrumpfte im Geschäftsjahr 2017/18 (zum 30. September) um 13 Prozent auf 605 Mio. Euro, der Nettogewinn brach um fast die Hälfte auf 142 Mio. Euro ein. Grund dafür ist unter anderem die schwächelnde Nachfrage aus der Autoindustrie, die selbst mit Absatzproblemen kämpft. Der Umsatz stieg - bereinigt um Zu- und Verkäufe - um 2 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro. Für das neue Geschäftsjahr prognostiziert Osram ein Umsatzplus von maximal drei Prozent und eine schrumpfende operative Rendite.

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