Lkw-Kartell

Spediteure fordern von Lkw-Herstellern Schadenersatz in Millionenhöhe

Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault müssen wegen Preisabsprachen knapp drei Milliarden Euro Strafe zahlen. Jetzt fordern auch 200 mittelständische Spediteure einen millionenschweren Schadenersatz.

Mehr als 200 mittelständische Spediteure in Deutschland haben eine millionenschwere Schadenersatzforderung gegen Hersteller gerichtet, die an einem Lkw-Kartell beteiligt waren. Der Verein zur Förderung des Wettbewerbs in der Speditionsbranche verlangt rund 100 Mio. Euro von Daimler, MAN und anderen Herstellern.

"Wir hoffen, unsere Forderung nicht erst gerichtlich durchsetzen zu müssen", sagte Kay Espey, Erster Vorsitzender des Vereins. Anfang des Jahres waren die ersten kleineren Schadenersatz-Klagen gegen Lkw-Hersteller von Kommunen und Spediteuren eingegangen. Auch die "Wirtschaftswoche" berichtete über die Forderung der Spediteure.

Die EU-Kommission hatte die Lastwagenbauer Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault im Sommer wegen unerlaubter Preisabsprachen zu einer Rekordstrafe von knapp 2,93 Mrd. Euro verdonnert. Die höchste Einzelstrafe entfällt mit rund einer Milliarde Euro auf Daimler.

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Der Hersteller teilte auf Anfrage mit: Daimler prüfe jedes Schadenersatzverlangen sorgfältig und werde sich entschieden gegen unberechtigte Forderungen verteidigen. Die Münchner VW-Tochter MAN war als Hinweisgeber straffrei davongekommen. (dpa/apa/red)

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