Nutzfahrzeugindustrie

Sparkurs vorbei: MAN plant Milliardeninvestitionen an seinen Standorten

Nach einem harten Sanierungskurs will der bayerische Nutzfahrzeughersteller 2,4 Milliarden Euro in seine Standorte investieren, davon fast die Hälfte im Münchner Stammwerk. In rund vier Jahren will MAN auch elektrische Lastwagen im großen Stil bauen.

Der deutsche Lkw-Bauer MAN will nach der harten Sanierung der vergangenen Jahre wieder mehr Geld in seine Standorte stecken. Zwischen 2015 und 2020 sollen mehr als 2,4 Mrd. Euro investiert werden, sagte Vorstandschef Joachim Drees.

Allein in das Stammwerk in München fließen davon rund 1,1 Mrd. Euro, etwa in eine frisch fertiggestellte Lackieranlage oder in ein neues Versuchsgebäude, das gerade gebaut wird. Die Mehrheit der Investitionen sei noch nicht erfolgt, erläuterte der MAN-Chef. Jedes Jahr würden circa 400 Mio. Euro investiert.

Wie Drees weiter sagte, fließt "ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag" in Elektromobilität. MAN werde 2018 erste batteriebetriebene Busse auf den Markt bringen, 2019 starte die Serienproduktion.

Elektrische Lastwagen sollen 2021 in größeren Stückzahlen gebaut werden. Auch elektrische Nutzfahrzeuge müssten die Anforderungen der Kunden erfüllen, etwa bei der Reichweite, sagte der MAN-Chef.

Zudem müsse sich der Hersteller Gedanken über die Wartung der Fahrzeuge machen. "Das ist auch ein Herantasten."

Je nach Technologie werde ein Elektrobus zweieinhalbmal so teuer sein wie ein Modell mit Verbrennungsmotor. Ein Stadtbus kostet im Schnitt rund 200.000 Euro, ein Luxusreisebus rund 500.000 Euro.  (reuters/apa/red)