Rüstungsindustrie

Spannungen zwischen Paris und Warschau nach geplatztem Airbus-Deal

Die amtierende polnische Regierung will bei Airbus doch keine Hubschrauber kaufen, weil der Konzern keine Fabriken im Land betreibt. Nach dieser Entscheidung hat Frankreichs Staatschef Francois einen Besuch in Polen abgesagt.

Der Abbruch der Verhandlungen über den Kauf von Airbus-Militärhubschraubern durch Polen hat zu Spannungen zwischen den Regierungen in Warschau und Paris geführt. Frankreichs Staatschef Francois Hollande sagte die für diese Woche geplanten polnisch-französischen Regierungskonsultationen in Warschau ab, wie die französische Präsidentschaft mitteilte.

Das Treffen sei vorerst "verschoben". Außenminister Jean-Marc Ayrault solle aber "schnell" nach Warschau reisen.

Die polnische Regierung hatte vor wenigen Tagen wie hier berichtet die Verhandlungen über den Kauf von 50 Airbus-Militärhubschraubern vom Typ Caracal im Wert von geschätzten 3,14 Milliarden Euro abgebrochen. Die unterschiedlichen Verhandlungspositionen hätten einen Kompromiss "unmöglich" gemacht, erklärte das Verteidigungsministerium in Warschau. Die Verhandlungen würden damit als "beendet" angesehen.

Begründung zugunsten der amerikanischen Konkurrenten von Airbus

Die nationalkonservative Regierung hatte die Pläne der liberalen Vorgängerregierung für den Kauf der Airbus-Helikopter von Anfang an in Zweifel gezogen. Begründet wurde dies damit, dass Airbus-Konkurrenten wie der US-Konzern Lockheed Martin Fabriken in Polen betreiben, die es zu schützen gelte. Auch der US-amerikanische Hersteller Sikorsky Aircraft fertigt in Polen Hubschrauber des Typs "Black Hawk".

Für die mit Schwierigkeiten kämpfende Airbus-Sparte Airbus Helikopters wäre das Geschäft mit Polen sehr wichtig.(APA/AFP/red)