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Solarworld droht heuer erneut ein Verlust

Solarworld wird 2016 entgegen den ursprünglichen Planungen möglicherweise erneut Verluste schreiben. Konzernchef Frank Asbeck erwartet ein operatives Ergebnis zwischen minus 10 und plus 10 Mio. Euro.

Solarworld wird 2016 entgegen den ursprünglichen Planungen möglicherweise erneut Verluste schreiben. Konzernchef Frank Asbeck beklagte am Freitag den zur Jahresmitte wieder zunehmenden Preisdruck in der Solarbranche. Aufgrund dessen rechne er mit einem operativen Ergebnis (Ebit) in einem Korridor zwischen minus zehn und plus zehn Millionen Euro, teilte der seit Jahren defizitäre Solarkonzern mit. Bisher hatte Asbeck die Rückkehr in die Gewinnzone und ein Ebit im unteren zweistelligen Millionenbereich avisiert.

Im ersten Halbjahr reduzierte sich der operative Verlust auf 3,1 (Vorjahr: minus 12,2) Mio. Euro bei einem Umsatzanstieg auf 434 (320) Mio. Euro. Asbeck bekräftigte, er gehe weiterhin davon aus, im Gesamtjahr die Absatzmenge um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2015: 1.159 Megawatt) zu steigern. Im ersten Halbjahr erhöhte sie sich um 50 Prozent auf 682 MW. Der Umsatz soll im Gesamtjahr ebenfalls um über 20 Prozent auf bis zu eine Milliarde steigen.

Asbeck bezifferte die liquiden Mittel zur Jahresmitte mit 148 Mio. Euro - um 35 Millionen weniger als Ende März. Er begründete den Rückgang mit der Tilgung von Krediten und Zinszahlungen von insgesamt 27 Mio. Euro sowie Investitionen von 9 Mio. Euro in Produktionsanlagen.

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Die Solarworld-Tochter Deutsche Solar ist in erster Instanz von einem US-Gericht zur Zahlung von knapp 800 Mio. Dollar verdonnert worden. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung mit dem US-Silizium-Lieferanten Hemlock um nicht abgenommenes Silizium.

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Solarworld soll in den USA 800 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen >>

Asbeck nannte die Schadenersatzforderung in seiner Höhe absurd und kündigte Rechtsmittel an. Im Geschäftsbericht warnt Solarworld, dass eine Verurteilung auf Zahlung der geforderten Summe das Unternehmen in seinem Bestand gefährden würde. Asbeck betonte aber: "Wir sind weiterhin gelassen, da wir nicht glauben, dass die Forderung in Deutschland durchzusetzen ist." (APA/Reuters/red)

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