Metalltechnische Industrie

Sinkende Exporte schwächen die Produktion der metalltechnischen Industrie

2016 war ein eher durchwachsenes Jahr für die metalltechnische Industrie: Der Produktionswert ist preisbereinigt im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gesunken. Der Beschäftigtenstand hingegen markierte im Vorjahr einen Höchststand in der Branche.

Konjunktur Wirtschaft Christian Knill Metallindustrie

Auch wenn die metalltechnische Industrie zuversichtlich in das erste Halbjahr 2017 blickt: Das letzte Jahr war eher rückläufig. Mit einem Produktionswert von 35,55 Milliarden Euro fuhr sie ein Minus von 1,16 Prozent im Vergleich zu 2015 ein, preisbereinigt liegt das Minus sogar bei 2,06 Prozent. Hingegen sind die Auftragseingänge mit 32,03 Milliarden Euro leicht gestiegen (+ 0,83 Prozent, preisbereinigt plus 0,07 Prozent). Der Beschäftigtenstand lag 2016 mit 128.862 um 0,64 Prozent über dem Vorjahreswert und markiert damit einen Höchststand in dieser Branche. 

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Für den Produktionsrückgang sind vor allem sinkende Exporte verantwortlich. Sie sind um 0,60 Prozent (preisbereinigt 1,50 Prozent) auf 31,65 Milliarden Euro zurückgegangen, die Exportquote lag im letzten Jahr bei 78,8 Prozent. Haupthandelspartner ist mit etwa 9,5 Milliarden Euro Deutschland, hier gab es auch ein Plus von fast zwei Prozent. Auch die Exporte nach Frankreich stiegen um 8,8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Die USA ist mit 2,6 Milliarden Euro ebenfalls ein wichtiger Handelspartner, die Exporte gingen aber um 1,3 Prozent zurück. Deutliche Rückgänge gab es außerdem im Handel mit China (- 9,4 Prozent), der Schweiz (- 10,1 Prozent) und Russland (- 15,5 Prozent). Europa ist mit 74 Prozent aller Exporte nach wie vor der mit Abstand wichtigste Markt für die Metalltechnische Industrie.

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Vor allem die hohen Lohnstückkosten sieht die Industrie als einen der wesentlichen Gründe für die Seitwärtsbewegung, die die Unternehmen im internationalen Wettbewerb schwächen. Die jährlichen Investitionen der Branche in Forschung und Entwicklung liegen bei rund 1,4 Milliarden Euro, die metalltechnische Industrie ist damit der forschungsstärkste Industriezweig.

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Stimmungslage in der Branche leicht positiv

Für dieses Jahr zeigt der aktuelle Branchenausblick für die metalltechnische Industrie allerdings erfreuliche Signale: Die im WIFO-Konjunkturtest befragten Unternehmen rechnen für die nächsten sechs Monate mehrheitlich mit einer positiven Geschäftsentwicklung. „Die Metalltechnische Industrie ist nach wie vor Jobmotor unter den Industriebranchen. Leider befinden wir uns aber seit Jahren in einer Seitwärtsbewegung. Wir haben zwar die Wirtschaftskrise der Jahre 2008 bis 2010 gut gemeistert, seit fünf Jahren sehen wir aber kaum Wachstum. Um das Momentum der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung zu nützen, braucht es mehr Unterstützung für die Industrie“, erklärt Fachverbandsobmann Christian Knill.