Halbleiter

Siltronic wird taiwanesisch: Zwischenschritt für Globalwafers erfolgreich

Auch der Münchner Halbleiterkonzern Siltronic soll asiatisch werden. Jetzt hat der taiwanesische Chipzulieferer Globalwafers bei der geplanten Übernahme ein Zwischenziel erreicht und die Zusage für 57 Prozent der Anteile bekommen. Das Angebot aus Taiwan entspricht einem Volumen von 4,4 Milliarden Euro.

Der taiwanesische Chip-Zulieferer Globalwafers hat bei seinem Übernahmeangebot für den deutschen Waferhersteller Siltronic sein selbstgestecktes Ziel erreicht. Nach Auslaufen der Frist liegt die Annahmequote bei 56,92 Prozent, wie das Unternehmen in Hsinchu in Taiwan mitteilte. Die weitere Annahmefrist laufe nun vom 16. Februar bis 1. März.

Wacker Chemie gibt Anteile ab

Globalwafers hatte sein Angebot zweimal aufgestockt auf zuletzt 145 Euro je Aktie, was einem Volumen von insgesamt knapp 4,4 Milliarden Euro entspricht. Die Mindestannahmeschwelle wurde Ende Jänner zudem von 65 auf 50 Prozent gesenkt. Großaktionär Wacker Chemie hatte bereits im vergangenen Dezember vertraglich zugesichert, seinen knapp 31 Prozent Anteil an Siltronic abzugeben.

Deutsches Kartellamt erklärt sich einverstanden

Der Zusammenschluss mit Globalwafers habe erste wichtige Hürden genommen, teilte Siltronic in einer separaten Mitteilung mit. So habe auch das deutsche Bundeskartellamt die Übernahme vergangene Woche freigegeben. Die Behörde habe keine Anhaltspunkte dafür gesehen, dass der Wettbewerb in der Waferindustrie dadurch behindert werden könnte. Beide Unternehmen erwarten vorbehaltlich weiterer Genehmigungen den Abschluss der Übernahme in der zweiten Jahreshälfte 2021.

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Konzernchefs von Siltronic sind für den Verkauf

Das Management von Siltronic stand von Anfang an hinter dem geplanten Zusammenschluss. Die gemeinsame Ausgangsbasis sei sehr gut, erklärte Vorstandschef Christoph von Plotho nun. In einer Anfang Dezember 2020 unterzeichneten Vereinbarung hatten sich beide Unternehmen auf eine Standortgarantie für die deutschen Siltronic-Standorte sowie einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen dort bis Ende 2024 geeinigt. (dpa/apa/red)

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