Energiewirtschaft

Siemens: Urlaub statt Urlaubsgeld in der Kraftwerkssparte

Siemens streicht in seiner angeschlagenen Kraftwerkssparte einen Teil des Urlaubsgelds. Statt eines Teils des Lohns sollen Mitarbeiter acht Tage mehr Urlaub bekommen, meldet der Konzern, der jährlich Ergebnisse in Milliardenhöhe erwirtschaftet.

Mehr Urlaub statt mehr Geld: Die Belegschaft in den sechs vom Stellenabbau betroffenen Werken in der Kraftwerkssparte von Siemens muss im kommenden Jahr auf ein zusätzliches Urlaubsgeld verzichten.

Urlaub statt Geld

Statt der tariflich vereinbarten 27,5 Prozent eines Monatslohns bekommen sie acht Tage mehr Urlaub, wie aus einem Ergänzungstarifvertrag für die Werke in Berlin, Erfurt, Erlangen, Görlitz, Mülheim/Ruhr und Offenbach hervorgeht, den die Gewerkschaft IG Metall im Internet veröffentlicht hat.

"Das trägt im Interesse aller Beteiligten zur Stabilisierung des Bereichs in einer schwierigen Situation bei", erklärte die Gewerkschaft. Ein Siemens-Sprecher sagte, man reagiere damit auf die Unterauslastung im Geschäft mit Gas- und Dampfturbinen.

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Tausende Mitarbeiter müssen gehen - zum Teil wohl auch in Wien

Das normale tarifliche Urlaubsgeld, rund 70 Prozent eines Monatsgehalts, und das Weihnachtsgeld sind von der Regelung unberührt. In der Sparte arbeiten in Deutschland rund 16.000 Menschen für Siemens, 2900 von ihnen verlieren in den kommenden Jahren ihren Arbeitsplatz. Dazu: Siemens: In der Kraftwerksparte fallen 2.900 Arbeitsplätze weg >>

Die Kraftwerkssparte von Siemens hat auch einen Standort in Wien. Vergangenen November waren für Wien wegen rückläufiger Aufträge rund 200 Stellenstreichungen angekündigt worden. (reuters/apa/red)

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