Elektroindustrie

Siemens Österreich: Keine Kurzarbeit und die erste Bilanz ohne "Mobility"

Die Siemens AG Österreich hat ihre erste Bilanz ohne die ausgegliederte Bahnindustriesparte vorgelegt: Während der Umsatz im Vorjahr deutlich gesunken ist, legte das Betriebsergebnis um mehr als das Doppelte zu. Kurzarbeit gibt es bei Siemens Österreich derzeit nicht.

Die Siemens AG Österreich hat nun im Amtsblatt der Wiener Zeitung ihre Bilanz veröffentlicht. Der deutsche Siemens-Konzern hat bereits im November seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/19 (bis Ende September) gelegt.

Bei Siemens AG Österreich betrug der Umsatz rund 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,5 Mrd.), das Betriebsergebnis lag bei 57,5 Mio. Euro (Vorjahr: 20,9 Mio.). Der Jahresüberschuss - aufgefettet durch Beteiligungserträge - betrug 164,2 Mio. Euro (Vorjahr: 142,8 Mio. Euro).

Bahnsparte ausgegliedert

Wegen der Ausgliederung der Division Mobility (Züge, Lokomotiven und Verkehrsinfrastruktur Straße und Schiene) in eine eigene Gesellschaft seien die Kennzahlen aber nicht direkt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar, heißt es vom Unternehmen.

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Die nunmehrige Siemens Mobility Austria GmbH war im Geschäftsjahr 2017/18 nur in den ersten drei Quartalen (bis inkl. Juni 2018) in den Zahlen der Siemens AG Österreich inkludiert, seit Juli 2018 weist sie ihre Geschäftszahlen getrennt aus. Das Geschäftsjahr 2018/19 der Siemens AG Österreich ist also das erste ganz ohne Mobility-Sparte. Größte Umsatzbringer sind nun die Bereiche "Gas and Power", "Smart Infrastructure" und "Digital Industries".

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Auch der Auftragseingang von 1,8 Mrd. Euro (2,5 Mrd. Euro) sei durch die Mobility-Ausgliederung schwer mit den Vorjahreszahlen vergleichbar. Starker Wachstumstreiber sei weiterhin die Ausrüstung der Industrie mit digitalen Technologien. Zu den Highlights in der Prozesstechnologie zählte die weltweit erste solarbetriebene Meerwasserentsalzungsanlage am Persischen Golf, aus der sich acht Folgeaufträge ergaben. In Forschung und Entwicklungsaktivitäten rund um die Digitalisierung investierte Siemens AG Österreich rund 142,3 Mio. Euro (Vorjahr 170,3 Mio.).

Treiber waren große Aufträge im Bereich Infrastruktur

Hauptwachstumstreiber für das Geschäft mit Infrastrukturlösungen waren große Projekte im Bereich der kritischen Infrastruktur wie etwa der Flughafen Wien. Ebenfalls zum Wachstum beigetragen haben der anhaltende Ausbau sowie die steigende Automatisierung und Digitalisierung der Stromnetze. Beide Trafowerke (Linz, Weiz) setzen auf Exportaufträge, etwa Verteiltransformatoren für 94 Windturbinen des Windparks Borssele vor der holländischen Küste.

Eckdaten zu Siemens in Österreich 

Die Siemens AG Österreich beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bei Siemens in Österreich sind allerdings deutlich mehr, nämlich rund 11.000 Menschen beschäftigt, die 3,5 Mrd. Euro Umsatz erzielten. Hier sind neben der Siemens AG Österreich auch noch die in der Konzernbilanz konsolidierten Aktivitäten hierzulande enthalten, etwa Siemens Mobility, Siemens Healthineers, Trench Austria (Leonding) oder ETM Software (Eisenstadt).

Siemens Österreich trägt außerdem noch die Geschäftsverantwortung für weitere 20 Länder (Region Zentral- und Südosteuropa sowie Israel), hier wurden mit 37.100 Mitarbeitern 6,9 Mrd. Euro Umsatz erzielt.

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Auswirkungen der Coronakrise derzeit nicht absehbar

Die Auswirkungen von Corona auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Geschäftsjahr seien derzeit noch schwer abschätzbar. Bei der Siemens AG Österreich werde keine Kurzarbeit eingesetzt, heißt es auf APA-Anfrage. (apa/red)

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