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Siemens Österreich: Ergebnis trotz massiven Umbaus "sehr präsentabel"

Für Siemens Österreich war das vergangene Geschäftsjahr von massiven Umstrukturierungen geprägt. Die auch hierzulande große Energiesparte wurde in Siemens Energy ausgegliedert. Das Ergebnis sei aber "sehr präsentabel", so Siemens Österreich-Chef Wolfgang Hesoun.

Das Geschäftsjahr 2019/20 war für Siemens auch in Österreich von Umstrukturierungen geprägt. Die Ausgliederung des Energiegeschäfts in eine eigene Gesellschaft, Siemens Energy, führte dazu, dass die Bilanzzahlen, die heute Dienstag im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht wurden, nur eingeschränkt mit dem Jahr davor vergleichbar sind. Insgesamt zeigt sich Siemens Österreich-Chef Wolfgang Hesoun zufrieden mit einem "präsentablen Ergebnis".

In Österreich arbeiten rund 10.800 Menschen bei Siemens bzw. Siemens-Gesellschaften. Davon sind 2.900 bei der Siemens AG Österreich tätig. Weitere rund 5.900 Beschäftigte sind bei Siemens-Aktivitäten in Österreich, die im mehrheitlichen Eigentum des Siemens-Konzerns stehen und in der Konzernbilanz konsolidiert sind, zum Beispiel Siemens Mobility, Siemens Healthineers oder ETM Software. Dazu kommen noch die 1.980 Beschäftigten bei der ausgegliederten und nun börsennotierten Siemens Energy, an der der Siemens-Konzern nur mehr eine Minderheitsbeteiligung von 45 Prozent hält.

Abspaltung der Energiesparte "ein sehr komplexer Prozess"

Die Abspaltung des Energiegeschäfts war laut Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun ein sehr komplexer Prozess - von der hohen Anzahl an Mitarbeitern, die in das neue Unternehmen eingegliedert wurden über das damit verbundene Geschäftsvolumen bis zu den strukturellen Veränderungen. Seiner Belegschaft spricht er für die Bewältigung der coronabedingten Herausforderungen Respekt aus: "Es war für mich beeindruckend zu sehen, wie rasch wir auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Pandemie reagiert haben. Es ist uns glücklicherweise gelungen alle Werke am Laufen zu halten und Lieferantenausfälle auszugleichen. Wir hatten im letzten Geschäftsjahr kaum Produktivitätsverluste. In Summe haben wir beachtliche Auftragseingänge und Erfolge erzielt, sodass wir für das zurückliegende Geschäftsjahr ein sehr präsentables Ergebnis vorweisen können." Kurzarbeitshilfen nahm Siemens Österreich nicht in Anspruch.

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Die Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2019/20 der Siemens AG Österreich (SAGÖ) (1.10.2019 bis 30.9.2020) sind geprägt durch die Ausgliederung des Energiegeschäfts ("Gas and Power"). Das beinhaltet Produkte, Lösungen, Systeme und Dienstleistungen für die Gewinnung, Verarbeitung und Transport von Öl und Gas, Strom- und Wärmeerzeugung sowie Stromübertragung und Technologien für die Energiewende einschließlich Energiespeicherung und Sektorkopplung. Diese wurden in die Siemens Energy transferiert. Das Berichtsjahr ist wegen der erforderlichen Überleitung der Aktivitäten ein Übergangsjahr.

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Die nunmehrige Siemens Energy Austria GmbH ist im Geschäftsjahr 2019/20 der Siemens Österreich nur mit fünf Monaten (von Oktober 2019 bis Ende Februar 2020) bis zu ihrer Abspaltung enthalten. Die Siemens AG Österreich erzielte (inkl. Siemens Energy bis zur Abspaltung) einen Auftragseingang von 1,441 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,792 Mrd. Euro). Das ist ein Rückgang um fast 20 Prozent. Ohne den ausgegliederten Bereich Energy ergibt sich ein um 8,7 Prozent verminderter Auftragseingang zum Jahr davor. Der Umsatz lag (inklusive Siemens Energy bis zur Abspaltung) bei 1,339 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,794 Mrd. Euro). Das ist ein Rückgang um circa 25 Prozent. Ohne den ausgegliederten Energy-Bereich ergibt sich eine stabile Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr (plus 0,2 Prozent).

Siemens Österreich belieferte weltgrößtes vollautomatisiertes Warenlager

Zu den wesentlichen Auftragseingängen im Geschäftsjahr 2019/20 zählten laut Unternehmensangaben etwa Lieferungen für die Errichtung des weltgrößten vollautomatisierten Warenlagers in den USA in Höhe sowie der Smart-Meter-Rollout für das Versorgungsgebiet der Wiener Netze und für die Energie AG Oberösterreich. In Forschung und Entwicklungsaktivitäten rund um die Digitalisierung investierte die Siemens AG Österreich rund 88 Mio. Euro. Mit dem Digilab - eine Plattform für den Wissenstransfer zwischen Kunden, Forschung und Branchenexperten - sowie dem Campus Microgrid setzt das Unternehmen auf digitale und ressourcenschonende Lösungen, etwa bei Elektromobilität und Lastensteuerung.

Unterm Strich hat die Siemens AG Österreich im Vorjahresvergleich besser abgeschnitten: 2019/20 wurde ein Betriebsergebnis von 79,4 Mio. Euro (Vorjahr: 57,5 Mio. Euro) erzielt. Ausschlaggebend war vor allem der Rückgang der Herstellungskosten infolge der Abspaltung des Energiegeschäfts und die Steigerung der sonstigen betrieblichen Erträge durch Verkäufe von Anlagevermögen. Der Jahresüberschuss betrug 250,6 Mio. Euro (plus 53 Prozent).

Der Grund für diesen Anstieg liegt im höheren Betriebsergebnis und im gestiegenen Finanzergebnis. Das Finanzergebnis ist gegenüber dem Vorjahr um 85,5 Mio. auf 201,2 Mio. Euro gewachsen, hauptsächlich wegen der Erträge aus dem Verkauf der Energy-Beteiligungen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der Ergebniswirkung aus der Abspaltung des Teilbetriebes Gas and Power ergibt sich ein Bilanzgewinn von 356,1 Mio. Euro (Vorjahr: 164,2 Millionen Euro). Die Siemens AG Österreich trägt auch die Geschäftsverantwortung für weitere 20 Länder (CEE-Region sowie Israel). (apa/red)