Bahnindustrie

Siemens liefert neue Lokomotiven an ÖBB - riesiger Auftrag aus Israel

Siemens hat in Wien seine neue Lokomotive "Vectron" präsentiert, die ab Mai an die ÖBB ausgeliefert wird. Der Rahmenvertrag mit den Bundesbahnen umfasst bis zu 200 Stück. Gleichzeitig meldet Siemens einen neuen Großauftrag bei den Garnituren "Desiro" aus Israel.

Im Bild eine Lokomotive "Siemens Vectron" am Wiener Praterstern diese Woche.

Die neue Siemens-Lokomotive vom Typ Vectron ist am Bahnhof Wien-Praterstern präsentiert worden. Die Lokomotivreihe 1293 von Siemens soll den ÖBB-Güterverkehr aufrüsten und der Bundesbahn mehr grenzüberschreitenden Verkehr in Eigentraktion ermöglichen. Die Vectron-Lok ist für die Standards zahlreicher Länder zertifiziert.

Im ersten Schub werden 30 Loks aus dem Rahmenvertrag von bis zu 200 Lokomotiven abgerufen. Im Mai soll die erste Lok in Betrieb genommen werden. Eine weitere Tranche von 17 Loks soll ebenfalls abgerufen werden. Die ersten 30 Vectron-Loks kosten 120 Mio. Euro.

Andreas Matthä: ÖBB Rail Cargo expandiert

ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä hob bei der Präsentation die weitere internationale Expansion der ÖBB Rail Cargo hervor. Von Tschechien bis nach Italien, von Deutschland nach Slowenien und bis in die Türkei könne die neue Vectron-Lok eingesetzt werden. Dadurch werde vermehrt Eigentraktion in Europa ermöglicht. Im Güterverkehr seien die ÖBB europaweit Nummer Zwei am Markt.

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Zahlen zur Entwicklung des Güterverkehrs im Jahr 2017 wollte Matthä auf Anfrage der APA nicht nennen, er verwies auf die Bilanz-Pressekonferenz Ende April. Der Güterverkehr werde aber sowohl in der Menge als auch beim Ergebnis positiv sein, sagte er. Im Jahr 2016 bilanzierte die Rail Cargo mit 44,3 Mio. Euro EBT (Vorsteuerergebnis).

Wolfgang Hesoun zu Kennzeichen der neuen Lokomotive

Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun verwies auf die hohe Flexibilität der neuen Lok, die nach den Wünschen der ÖBB ausgestattet worden sei. Gebaut werden die Loks bei Siemens in Deutschland, die Drehgestelle kommen vom Siemens-Österreich-Werk in Graz.

Der Geschäftsführer der ÖBB-Produktion, Bernhard Benes, hob die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der neuen Vectron-Lok hervor, die schrittweise die Lokomotive der Baureihe 1144 im Güterverkehr ablösen soll. Die Rahmenvereinbarung beinhaltet drei unterschiedliche Typen von Lokomotiven.

Neben Multi-System-Lokomotiven für das europäische Wechsel- und Gleichstromnetz können auch Wechselstromlokomotiven mit Last Mile Antrieb und ohne Last Mile Antrieb abgerufen werden. Dies erlaube es der ÖBB bedarfsorientiert zu bestellen.

Die Rail Cargo ist mit Niederlassungen in 18 Ländern breit aufgestellt und will weiter wachsen. 109,1 Millionen Tonnen Güter wurden im Jahr 2016 befördert.

Riesiger Auftrag für Siemens "Desiro" aus Israel

Gleichzeitig meldet Siemens eine Großbestellung aus Israel: Die staatliche israelische Eisenbahngesellschaft hat bei Siemens 60 Regionalzüge für rund 900 Mio. Euro bestellt.

Es sei der erste Auftrag für die "Desiro HC"-Baureihe außerhalb Deutschlands, erklärte die Siemens-Sparte Mobility. Israel Railways Ltd. (ISR) bekommt zunächst 24 Züge, davon sechs mit vier Wagen und 18 mit sechs Wagen.

Teil des Auftrags ist auch deren Instandhaltung durch Siemens für die nächsten 15 Jahre. "Erstmals in unserer Firmengeschichte werden wir komplette Züge nach Israel liefern", sagte Mobility-Chefin Sabrina Soussan.

(red/reuters/apa)

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Hier im Bild die Garnitur "Desiro", in Österreich unter dem ÖBB-Namen "Cityjet" unterwegs.

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